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E-Commerce denken lernen

Der E-Commerce verändert nicht nur den traditionellen Einzelhandel, sondern auch andere Branchen. Neue Wettbewerbsmodelle entstehen und lassen die Grenzen zwischen B2C und B2B verschwimmen. Online-Shops aus dem privaten Konsumbereich setzen den Maßstab. Unternehmen, die nicht den Anschluss verlieren wollen, müssen lernen, in E-Commerce-Strukturen zu denken.

Dass einige Online-Riesen und Vorreiter der E-Commerce-Revolution inzwischen auch offline aktiv werden und eigene Läden in den Innenstädten eröffnen, zeigt ganz klar: Was wir hier sehen, ist nicht nur die digitale Disruption einer Branche, sondern ein grundlegender, noch nicht abgeschlossener Wandel unserer Kaufgewohnheiten.

Städtische Konsumenten wünschen Lösungen, die ihr Leben einfacher machen. Damit werden Komfort, Flexibilität und Kosten zu erfolgskritischen Aspekten für Online-Händler wie auch Transportdienstleister.

Das Online-B2C-Geschäft ist in den vergangenen Jahren enorm gewachsen. Im Jahr 2016 erreichte der Umsatz in diesem Segment rund 1.100 Milliarden Euro, 2018 sollen es bereits knapp 1.500 Milliarden Euro sein. Mit derart spektakulären Wachstumsraten eröffnet der E-Commerce Anbietern jeder Größenordnung überall auf der Welt neue Möglichkeiten, eine breitere Käuferbasis für ihre Produkte und Dienstleistungen zu erschließen. Unternehmen, die an diesem Wachstum partizipieren möchten, müssen vor allem agil und flexibel sein, um den immer höheren Ansprüchen insbesondere städtischer Konsumenten gerecht zu werden.

Hoher Kostendruck

In einem umkämpften Markt stellt der Kostendruck Händler und Logistikanbieter gleichermaßen vor Herausforderungen. Viele ringen noch um nachhaltige Profitabilität, auch weil hohe Investitionen in die Entwicklung und Einführung neuer Technologien und flexibler Zustelllösungen erforderlich sind.

In unserer neuen Studie „Shortening the Last Mile: Winning Logistics Strategies in the Race to the Urban Consumer“ haben wir ein Modell entwickelt, das Logistikanbietern helfen soll, ihre Wettbewerbsfähigkeit auf der letzten Meile zu stärken. Dieses sogenannte F.A.D.-Modell bildet drei wesentliche Erfolgsfaktoren in der städtischen Zustellung ab: Flexibilität, Automatisierung und Datenmanagement. Flexible Zustellnetze ermöglichen eine effizientere Nutzung der Transportkapazitäten. Automatisierung erhöht die Effizienz der Fulfillment-Zentren und trägt zu einer Senkung der Arbeitskosten und Verbesserung des Serviceangebots durch den Einsatz autonomer Fahrzeuge und Robotertechnologien bei. Eine intelligente Datennutzung sorgt für ein besseres Bestandsmanagement und einen besseren Überblick über die Warenströme in der Logistikkette.

 

 

In Abhängigkeit vom jeweiligen Bedarf und Potenzial für Geschäftswachstum müssen die Logistikanbieter sorgfältig abwägen, wie sie das F.A.D.-Modell in verschiedenen Märkten umsetzen. Eine Universallösung gibt es nicht, da sich Infrastruktur, regulatorische Rahmenbedingungen und Geschäftsumfeld von Markt zu Markt sehr stark unterscheiden.

Anbieter, die künstliche Intelligenz und Big Data-Analysen effektiv nutzen und ihre Geschäftsmodelle anpassungsfähiger und flexibler ausrichten, haben hier ganz klar die Nase vorn. Fortschrittliche Logistikanbieter erfassen heute Daten in Echtzeit und nutzen maschinelles Lernen für einen breiteren Einsatz lernender Roboter in ihren Lagern und in der Bestandsplanung für Spitzenzeiten. Dadurch können Volumenspitzen rund um Feiertage oder Sonderverkaufstage besser bewältigt und ein Mangel an Arbeitskräften kompensiert werden.

Robotertechnologien und intelligente Automatisierung setzen sich in allen Bereichen unserer Branche zunehmend durch. Um mit dieser Entwicklung Schritt zu halten, werden wir unsere Geschäftsmodelle weiter flexibilisieren und unsere Arbeitsprozesse noch agiler gestalten müssen. Ich glaube nicht, dass Roboter dem Menschen in naher Zukunft den Arbeitsplatz wegnehmen werden. Was wir aber vermehrt sehen werden, sind Roboter, die Seite an Seite mit dem Menschen arbeiten, sowie eine zunehmende und zunehmend selbstverständliche Automatisierung administrativer Aufgaben.

Die Grenzen zwischen B2C und B2B verschwimmen

Im E-Commerce löst sich die Unterscheidung zwischen Business-to-Business und Business-to-Consumer zunehmend auf. Wir bemerken bei vielen unserer B2B-Kunden, dass sie sich nicht mehr ausschließlich auf Geschäftskunden beschränken, sondern ihr Service- und Produktangebot zunehmend auch am Endkonsumenten ausrichten. Gute Beispiele dafür sind die Pharmaindustrie, ein Markt mit einem hohen Anteil an traditionellem B2B-Handel, und die Autoindustrie, in der viele Hersteller ihre Onlineportale so angepasst haben, dass sie Händler und Privatkunden zugleich ansprechen.

Mit seinen starken Wachstumsprognosen eröffnet der globale Onlinehandel Marktteilnehmern aller Größen neue Geschäftschancen. Davon werden insbesondere die Unternehmen profitieren, die die Synergieeffekte in der Ansprache von B2B und B2C optimal für sich nutzen können. Anbieter, die in die Erfassung und Analyse von Echtzeitdaten sowie in Automatisierungstechnologien und künstliche Intelligenz investieren, um große Informationsmengen nutzbar zu machen, werden schneller liefern und das künftige Kaufverhalten besser prognostizieren können – und damit effizienter und profitabler sein.

Der E-Commerce lässt keine Branche unberührt und entwickelt sich dynamisch weiter. Umso wichtiger ist es für die Unternehmen, den E-Commerce fest in ihre Denkstrukturen zu integrieren – für Einzelhändler genauso wie für Logistikanbieter und Unternehmen jeder Größenordnung in praktisch allen Branchen.

Download Studie

Erfolgversprechende Strategien für die Logistik auf der letzten Meile

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