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Multimodaler Transport ist im Kommen

Im Zuge dessen führt China beispielsweise das Konzept „One Belt, One Road“ (OBOR) ein. Der innerasiatische und internationale Handel verzeichnet einen Wachstumsschub. „Slow Steaming“ ist nun gängige Praxis. Und die Kosten für Flugkraftstoffe fluktuieren. Erst vor vier Jahren wurden die ersten Frachtzüge auf Verbindungen zwischen China und Europa eingesetzt. Die Nachfrage ist seitdem stark gestiegen. Orte wie Chengdu und Lodz, Suzhou und Warschau und viele andere Teile Chinas und Europas verfügen nun über direkte Zugverbindungen.

Die Seidenstraße des 21. Jahrhunderts

So soll das chinesische OBOR-Konzept 2015 Investitionen in Höhe von etwa 59 Milliarden Euro generieren und das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Chinas um 0,25 Prozent steigen. Präsident Xi sicherte Ende letzten Jahres eine deutliche Ausweitung dieser interkontinentalen Verbindungen zu. Während der kommenden Jahre werden 37 Milliarden Euro in die sogenannte „Neue Seidenstraße“ investiert.

Ziel ist es, die jahrhundertealten Landrouten und Seeverbindungen zwischen Nordasien und Europa wiederzubeleben.

Ziel ist es, die teilweise jahrhundertealten interkontinentalen Landrouten und Seeverbindungen zwischen Nordasien und Europa wiederzubeleben. So sollen die Transportengpässe zwischen Asien und Europa reduziert werden. Zusätzlich zur bestehenden Verbindung über Russland sieht der Plan eine Erweiterung der Schienenverbindung über Zentralasien und Iran bis nach Istanbul vor. Damit sollen Chinas westliche Provinzen, die als Fertigungszentren immer mehr an Bedeutung gewinnen, in die Welthandelsrouten integriert werden. Die Schienenverbindung bietet zudem eine gute Alternative zu anderen Transportarten vom Osten des Landes. Ein weiterer Fokus des Seidenstraßenprojekts liegt im Ausbau von Häfen entlang des südlichen Seewegs.

„One Belt“ beginnt in Xi’an im Nordwesten Chinas und reicht im Westen über Urumqi bis nach Zentralasien. Von dort reicht der Wirtschaftsgürtel bis in den Norden Irans und führt westlich durch den Irak, Syrien und die Türkei. Von Istanbul aus überquert er den Bosporus und führt in nordwestlicher Richtung durch Deutschland und die Niederlande und dann schließlich nach Süden Richtung Venedig. „One Road“ – die maritime Seidenstraße – beginnt in Quanzhou in der Provinz Fujian und führt nach Süden durch die Straße von Malakka. Von Kuala Lumpur führt sie dann nach Indien und überquert den Rest des Indischen Ozeans bis nach Nairobi in Kenia. Von dort führt die Route nach Norden um das Horn von Afrika und anschließend durch das Rote Meer ins Mittelmeer, wo sie auf die Landverbindung der Seidenstraße trifft.

Die Schiene und der Multimodalmix

Der Schienentransport erweitert das multimodale Angebot und kann Kunden viel Zeit und Geld sparen. Von Chengdu in der Provinz Sichuan müssen Waren beispielsweise etwa 2.000 Kilometer bis zum nächsten Hafen transportiert werden. Der Seetransport bis Europa dauert ungefähr einen Monat. Zum nächsten Bahnhof sind es dagegen nur 20 bis 50 Kilometer, und auf der Schiene erreichen die Waren Europa innerhalb von etwa zwei Wochen. DHL RAILAIR ist ein hervorragendes Beispiel für den Vorteil des multimodalen Transports. Die Fracht wird zunächst auf der Schiene nach Urumqi befördert und dann nach Europa geflogen. In Afrika bieten wir DHL SEAIR: Seetransport bis Dubai und dann weiter mit dem Flugzeug. Zwischen Shanghai und Japan haben wir Fähr- und Schienentransporte auf japanischem Boden eingeführt. Die Transportarten können beliebig kombiniert werden. So können Kunden mit der flexibleren Lieferkette saisonabhängige Produkte besser steuern und Kosten und Laufzeit besser abwägen.

Und selbst für Kunden, die weniger auf Zeit und Geld achten müssen, bietet der Multimodalmix umweltfreundlichere Transportarten – wobei die Schiene die sauberste Lösung ist. Beispielsweise können wir mit unserem Ganzzugverkehr von Suzhou nach Warschau den CO2-Ausstoß im Vergleich zur Luftfracht um 90 Prozent reduzieren.

China verbessert seine Infrastruktur

Der Fokus chinesischer Verantwortlicher liegt nicht allein auf internationalen Verbindungen. Auch die Infrastruktur entlang des Jangtse-Flusses wird massiv erweitert. Der 6.400 Kilometer lange Wasserweg durchquert das Land von den Gletschern der tibetanischen Hochebene bis zum Ostchinesischem Meer bei Shanghai. Bislang konnte dieser große Verkehrsweg aufgrund unterschiedlicher Pegelstände nur teilweise genutzt werden. Nun hat der Staatsrat einen Teil des Flussufers zur Sonderwirtschaftszone erklärt und verbessert die Bedingungen für die Logistik. Insbesondere in Chongqing, Wuhan und Shanghai entstehen Containerhafen und ein Schienen- und Straßennetzwerk.

Natürlich verlaufen die multimodalen Transporte nicht immer reibungslos. So führt zum Beispiel die Schienenverbindung von China nach Europa durch Regionen, in denen im Winter extreme Kälte herrscht – Temperaturen von unter -40°C sind nicht ungewöhnlich. Kein gutes Klima für Computer und Mobiltelefone. Daher sind unsere speziell entwickelten temperaturkontrollierten Container mit einem Dieselaggregat für Beheizung oder Kühlung ausgestattet.

Multimodale Transporte machen natürlich immer noch einen relativ kleinen Anteil unseres China-Geschäfts aus. Aber der erste Schienentransport eines Containers ist auch erst vier Jahre her. Jetzt beladen wir bereits mehrere Züge pro Woche. Fast jede Branche zeigt Interesse, auch multinationale und chinesische Konzerne. Ich bin überzeugt, dass multimodaler Transport in naher Zukunft einen Boom erleben wird.

1 Kommentar

  • Jeff Boatman
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    Intermodal transport has such incredible cost and volume savings it cannot be ignored for this region. The time savings over sea transit and the reduced cost per unit weight cannot be beat. The author does not tell us the number of TEU (twenty-foot equivalent units) the first or current trains contained so the growth is not easy to determine. Regardless, of the rate so far, the intermodal container will give all the great benefits they have since 1957. The ease of handling, safety and security for contents, and the universal fit will make the growth unstoppable.

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