Twitter LinkedIn Google+ Facebook

Die Zukunft der City-Logistik

In den Ballungsräumen wird es eng. Mit der zunehmenden Bevölkerungs- und Verkehrsdichte wachsen auch die Sorgen über die Umweltauswirkungen des städtischen Gütertransports. Das Bewusstsein für eine nachhaltige Stadtentwicklung und die Koordination von Verkehr und Logistik nimmt zwar zu, dringend nötig sind jedoch effizientere und effektivere Gütertransportsysteme. Diese Konzepte sollten nicht nur auf Kostenoptimierung zielen, sondern auch Umweltprobleme wie Lärm- und Sichtbelästigung, Luftverschmutzung und Belastungen des Umfelds durch Erschütterungen gezielt in Angriff nehmen.

Die City-Logistik wird definiert als „Prozess zur vollständigen Optimierung der Logistik- und Transportaktivitäten privater Unternehmen auf Basis fortschrittlicher Informationssysteme im städtischen Raum unter Berücksichtigung des Verkehrsumfelds, der Verkehrsüberlastung, der Sicherheit und möglicher Energieeinsparungen im marktwirtschaftlichen Zusammenhang.“

Kurz zusammengefasst: Die Zeit ist reif für die Entwicklung wirklicher Visionen. Ein sinnvoller erster Ansatz wäre die Festlegung von Zielen, die sich mit Hilfe dieses zukunftsgerichteten Konzeptes realisieren ließen.

City-Logistik verfolgt drei Ziele: Mobilität, Nachhaltigkeit und Lebensqualität. Mobilität ist die Voraussetzung für einen reibungslosen und verlässlichen Verkehrsfluss einschließlich des Gütertransports. Nachhaltigkeit ist nötig, um Städte umweltfreundlicher zu machen, die Treibhausgasemissionen zu reduzieren und die Auswirkungen auf das lokale Umfeld zu reduzieren. Die Lebensqualität ist ein weiteres kritisches Element, das mit der alternden Stadtbevölkerung immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Grundlagen der City-Logistik

Der innerstädtische Gütertransport betrifft Spediteure, Lieferanten, Verwaltungen und die Bewohner – eine Konstellation, die durch die häufig variierenden Vorstellungen dieser Bezugsgruppen noch komplexer wird, als sie ohnehin schon ist. Einfach ausgedrückt: Sie alle verfolgen unterschiedliche Ziele und Interessen. Der City-Logistik-Ansatz kann helfen, komplizierte und schwierige Probleme mit Hilfe intelligenter Transportsysteme (ITS), Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) sowie unternehmerischer Verantwortung (CSR) zu lösen. Letzteres allerdings erfordert eine Verhaltensänderung in der Privatwirtschaft. Im Schulterschluss könnten der öffentliche und private Sektor jedoch städtische Distributionszentren für kooperative Transporte durch verschiedene Frachtführer entwickeln.

Ein gutes Beispiel: Im Einkaufsviertel Motomachi in Yokohama wurde mit Hilfe des City-Logistik-Ansatzes ein effektives, mobiles und nachhaltiges Gütertransportsystem umgesetzt, durch das sich die Lebensqualität der Stadtbewohner verbessert hat.

Urbanisierungstrends

Die Hoffnung auf eine bessere Lebensqualität zieht die Menschen weltweit in die Städte – ein Trend, der sich zweifellos fortsetzen wird. Derzeit lebt rund die Hälfte der weltweiten Bevölkerung in Städten. Bis 2030 werden es voraussichtlich schon mehr als 60 Prozent sein. Mit der zunehmenden Alterung der Weltbevölkerung wird auch der Bedarf für Lieferservices für ältere Menschen steigen.

City-Logistik-Lösungen werden dazu beitragen, dass weniger PKW die begrenzten Verkehrskapazitäten in den Ballungsgebieten blockieren und die negativen Umweltauswirkungen in Zukunft begrenzen. Darüber hinaus ermöglicht der City-Logistik-Ansatz den effizienteren Einsatz von Lieferfahrzeugen und die Umsetzung wirtschaftspolitischer/regulatorischer Maßnahmen. Schließlich gibt es in den Städten kein praktisches öffentliches Gütertransportsystem, so dass Last- und Lieferwagen im innerstädtischen Gütertransport eine große Rolle spielen.

Die steigende Nachfrage nach Lieferservices für ältere Menschen wird das Problem der Verkehrsüberlastung verschärfen. Für eine gesunde Stadtentwicklung werden diese Serviceleistungen sehr wichtig sein. City-Logistik-Programme können hierbei helfen, die Kosten zu reduzieren.

Gesund schrumpfen

In einigen entwickelten Ländern kann es sogar dazu kommen, dass die Gesamtbevölkerung schrumpft. Grund hierfür: Der Anteil älterer Menschen nimmt aufgrund der niedrigen Geburtenraten und der besseren medizinischen Versorgung zu. Folglich werden auch die Städte kleiner, müssen aber zugleich gesünder und lebenswerter sein. Einige Städte setzen daher auf „Smart Decline“, die geordnete Schrumpfung der Städte mit dem strategischen Ziel eines effizienteren Einsatzes begrenzter Flächen und Transportsysteme. Die City-Logistik könnte auch hier eine wichtige Rolle spielen, zum Beispiel durch die Begrenzung des PKW- und LKW-Zugangs zu den Stadtzentren. Der öffentliche Nahverkehr könnte die Autos ersetzen und Lieferungen außerhalb der Stoßzeiten oder kooperative Gütertransportsysteme könnten zur Steuerung des Lieferverkehrs eingesetzt werden.

Logistikanbieter

In dieser Entwicklung spielen die Logistikanbieter eine wichtige Rolle. Sie verfügen über kritisches Wissen und die nötige Erfahrung, um derartige Systeme zu planen und umzusetzen. Allerdings engagieren sich Logistikanbieter häufig ungerne in öffentlich-privaten Partnerschaften, da sie miteinander im Wettbewerb stehen und keine Kunden- und Preisinformationen preisgeben wollen. Logistikanbieter sollten folgendes bedenken: Durch die Zusammenarbeit mit Spediteuren, Anwohnern und der Stadtverwaltung könnten sie ihr Image und ihre öffentliche Akzeptanz verbessern – als wirkliche Partner, die einen Beitrag zu gesünderen und lebenswerteren Städten leisten.

Effizienz und Wettbewerb

Natürlich erfordert eine effizientere City-Logistik die Durchsetzung regulatorischer Vorgaben im städtischen Raum. Nur so wäre ein reibungsloser Verkehrsfluss und eine bessere Umwelt für alle gewährleistet. Doch der Wettbewerb sollte nicht zu kurz kommen – ein Grund mehr für die Einrichtung wirklicher Partnerschaften zwischen dem privaten und öffentlichen Sektor.

Beispiele sind der Einsatz von ITS und IKT zur Durchsetzung von Verkehrsregeln und die Einrichtung von videogesteuerten Kontrollsystemen wie City-Maut oder Maut für Schwerlastwagen. Möglicherweise werden Subventionen nötig sein, um Spediteuren und Frachtführern zu helfen, neue, umweltfreundliche Initiativen zu starten, die häufig nur unter hohen Kosten umgesetzt werden können. Länder und Kommunen sollten bei Bedarf einspringen und Starthilfe für neue urbane Konsolidierungszentren und intermodale Frachtterminals leisten.

Letztlich erfordert die City-Logistik einen Wandel in den Einstellungen aller Bezugsgruppen. Sie müssen erkennen, wie wichtig es gerade in der Planungsphase ist, dass alle an einem Strang ziehen. Hierbei profitieren alle.

Die City-Logistik wird eine wichtige Rolle in der Verbesserung der Mobilität, Nachhaltigkeit und Lebensqualität in den Städten der Zukunft spielen. Durch die gesellschaftliche Alterung wird es noch wichtiger werden, diese Ziele zu erreichen. Dafür müssen sich alle vom innerstädtischen Gütertransport betroffenen Interessengruppen – einschließlich der Logistikanbieter – in einem kooperativen System zusammenschließen. Daran, dass die Urbanisierung fortschreiten wird, kann kein Zweifel bestehen. Mit Hilfe der City-Logistik können wir sicherstellen, dass die Städte der Zukunft mobil, nachhaltig und vor allem lebenswert sind.

4 Kommentare

  • James Brown

    I think Logistics, as a strategy of ensuring efficient freight movements and innovative responses to urban customer and business demands, is an emerging field of investigation that was brought by the challenges of the co modification and confusion of production and consumption.

  • logistics solutions

    Once this City Logistics concept is implemented It will be great achievement.It changes the future of city logistics.

  • gold price
    Mehr anzeigen

    These initiatives aim at increasing co-operation among logistics companies and provide new and improved services in the distribution market. The most common form of co-operation is the consolidation of goods to be distributed and/or collected by different transport operators or suppliers. Consolidation reduces the number of vehicles needed for delivering the same amount of goods, improving the cost-efficiency of transport companies and reducing the environmental impacts. The British government is very interested in the possibilities of consolidation, since they offer one of the most efficient means to reduce freight vehicle traffic in cities, especially for the distribution of food products, which also are sensitive to logistics costs.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* = Pflichtfeld