Twitter LinkedIn Google+ Facebook

E-Mobilität als neue Norm in der Logistikbranche

Vom kleinen Start-up zur größten E-Zustellflotte – wir zeigen, wie die E-Mobilität in der Logistikindustrie zur Norm werden kann.

Im August 2017 haben Deutsche Post DHL Group und die Ford Motor Company eine neue Generation von E-Transportern vorgestellt – den StreetScooter Work XL, ein neuer Meilenstein auf dem Weg zur Null-Emissionen-Logistik. Zusammen bilden der Work XL und die rund 3.400 bereits im Einsatz befindlichen Schwestermodelle „Work“ und „Work L“ eine komplette Serie von E-Transportern, die sich perfekt für die Paketzustellung im städtischen Raum eignen. Rechnet man unsere mehr als 10.500 E-Bikes und E-Trikes hinzu, haben wir damit nicht nur die größte E-Flotte in Deutschland, sondern die größte Elektro-Zustellflotte in der gesamten Branche.

Wir wollen der E-Mobilität zum Durchbruch verhelfen.

Mehr Pakete, mehr Emissionen?

Wir machen die E-Mobilität zum Standard in der Logistik – aus gutem Grund. Wir sind überzeugt, dass die Logistikindustrie eine besondere Verantwortung gegenüber Umwelt und Menschen hat, die Luftverschmutzung und Lärmbelästigung zu minimieren. Und wir sind genauso überzeugt, dass der E-Commerce-Boom nicht automatisch zu einer größeren Belastung durch CO2-Emissionen und Lärm führen muss. Deshalb arbeiten wir darauf hin, das erste Logistikunternehmen zu werden, das alle logistikbezogenen Emissionen bis 2050 auf null reduziert. Unsere E-Mobilitäts-Offensive ist Teil dieser „Mission 2050“ und verfolgt ein klares mittelfristiges Ziel: Wir wollen unsere gesamte Flotte für die Brief- und Paketzustellung auf E-Fahrzeuge umstellen, die mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen betrieben werden.

Und wir gehen noch weiter: Wir entwickeln und produzieren selbst marktfähige E-Nutzfahrzeuge, um der E-Mobilität zum Durchbruch zu verhelfen und diese für Unternehmen und Konsumenten in aller Welt nutzbar zu machen. Als wir diesen Weg beschritten haben, hatten wir dieses Ziel so noch nicht vor Augen. Aber unser StreetScooter ist so gefragt, dass wir unsere Produktionskapazitäten ausweiten mussten.

Wie sind wir so weit gekommen?

Deutsche Post DHL Group unterhält eine der größten Fahrzeugflotten in Deutschland und mehrere Tausend mehr in aller Welt. Uns wurde früh klar, dass wir etwas ähnlich Großes unternehmen mussten, wenn wir mit dem unaufhörlich wachsenden Transportvolumen Schritt halten, zugleich aber unsere CO2-Emissionen reduzieren wollten. Und da es keine E-Fahrzeuge am Markt gab, die wirtschaftlich zu betreiben waren, ergriffen wir 2011 selbst die Initiative: Gemeinsam mit der RWTH Aachen und der StreetScooter GmbH wollten wir ein komplett neues Fahrzeug entwickeln, das den besonderen Anforderungen der täglichen Brief- und Paketzustellung gerecht wird. Was uns vorschwebte, war ein wirtschaftliches, emissionsfreies Fahrzeug, das ausreichend robust für schwere Lasten und den Stop-and-go-Verkehr ist und bis zu 300 Tage pro Jahr im Einsatz sein kann.

Nach einer einjährigen Entwicklungsphase hatten wir ein innovatives, speziell auf die Brief- und Paketzustellung ausgelegtes Elektrofahrzeug, das bereit für erste Tests seiner Alltagstauglichkeit war. Wie ist uns das so schnell gelungen? Ganz einfach: durch eine enge Zusammenarbeit und wertvollen Input von allen Beteiligten. Das erste Modell – der StreetScooter Work – basierte auf einer bewährten Elektroantriebstechnologie und den Erfahrungen der Zustellerinnen und Zusteller von Deutsche Post DHL. Auf diese Weise hatten wir nicht nur einen hochmodernen Motor mit einer maximalen Reichweite von 80 Kilometern, sondern auch ein Fahrzeug, das genau auf den Bedarf derjenigen zugeschnitten war, die es nutzen. Eine Win-win-Situation für alle.

2013 starteten wir ein Pilotprojekt mit 50 Testfahrzeugen an verschiedenen Deutsche Post-Standorten in Deutschland. Die Ergebnisse waren überzeugend. Bereits Mitte 2013 beschlossen wir daher, das Projekt auszuweiten und der Welt zu zeigen, wie eine CO2-freie Logistik im städtischen Bereich aussehen kann. Wir begannen, unsere Brief- und Paketzustellflotte in Bonn – dem Hauptsitz von Deutsche Post DHL Group – auf E-Fahrzeuge umzustellen und Bonn zu einer Modellstadt für die CO2-freie Zustellung zu machen. Es war eine weltweite Premiere, von der wir uns einen Vorbildcharakter für andere Städte und Regionen erhofften. Ende 2015 hatten wir bereits mehr als 140 Elektrofahrzeuge auf der Straße – und dadurch jährliche CO2-Einsparungen von über 500 Tonnen.

Die Familie wächst

2016 war es an der Zeit, die StreetScooter-Familie zu vergrößern. Der vier Kubikmeter umfassende Laderaum des Work ist in vielen städtischen Bereichen ideal für den Betrieb auf der ersten und letzten Meile, reicht in anderen aber nicht aus. Also rüsteten wir unsere bewährte Work-Plattform auf: Durch einen stärkeren Motor und die neueste Lithium-Ionen-Batterietechnologie entstand das „Work L“-Modell mit acht Kubikmeter Laderaum – genug für bis zu 150 Pakete – und einer maximalen Ladekapazität von 1.000 Kilogramm.

Der jüngste Familienzuwachs ist der Work XL – das im August 2017 vorgestellte Produkt eines Joint Ventures zwischen Deutsche Post DHL Group und Ford Motor Company. Der Work XL ist mit einem Elektroantrieb auf Basis eines modularen Batteriesystems ausgerüstet sowie mit einer gemäß unseren Spezifikationen gefertigten Karosserie. Dieser E-Transporter hat 20 Kubikmeter Laderaum – genug für über 200 Pakete – und eine Reichweite von 80 bis 200 Kilometer. Er ist nicht nur deutlich größer als seine Schwestermodelle, sondern hat auch eine andere Karosserie: ein Ford Transit Fahrerhaus mit Tür zum Laderaum sowie einer Heckklappe und seitlichen Schiebetür für möglichst einfachen Zugang. Jeder Work XL kann rund fünf Tonnen CO2 und 1.900 Liter Diesel pro Jahr einsparen. Aktuell ist geplant, bis Ende 2018 2.500 dieser E-Transporter herzustellen.

Partnerschaften machen den Unterschied

Um eines klarzustellen: Ohne starke Partnerschaften mit ausgewiesenen Innovatoren stünden wir nicht da, wo wir heute stehen. Als ich 2011 die Zusammenarbeit mit Deutsche Post DHL Group begann, wusste ich, dass wir eine marktfähige Technologie hatten – und der weltweit führende Logistikanbieter wusste, dass er echte bahnbrechende Anwendungen für diese Technologie hatte. Gemeinsam sorgten wir dafür, dass die ersten 50 Testfahrzeuge unsere besonderen Anforderungen erfüllten. Ich bin absolut überzeugt, dass unsere enge Kooperation und unsere gemeinsamen Ziele der Grund sind, warum wir nur drei kurze Jahre vom Prototypen bis zur Serienproduktion brauchten.

Ohne starke Partnerschaften mit ausgewiesenen Innovatoren stünden wir nicht da, wo wir heute stehen.

Für den größeren Work XL brauchten wir eine neue Plattform und daher einen neuen Partner. Unseren idealen Partner fanden wir in der Ford Motor Company – Europas führendem Hersteller von Nutzfahrzeugen. Ford teilt unser Bestreben, die E-Mobilität voranzutreiben. Das Unternehmen weiß, welche wichtige Rolle die E-Mobilität in unserem Lebensalltag spielen wird, und will seine Stärken ebenfalls voll dafür einsetzen, unsere Welt „grüner“ zu machen. Mit einer gemeinsamen Vision und gemeinsamen Zielen, unserem gebündelten Wissen und Erfahrungsschatz brachten wir den Work XL in nur zwei Monaten zur Produktionsreife. Das zeigt, was möglich ist, wenn großartige Partner gut zusammenarbeiten.

Pionier der E-Zukunft

Der Work XL ist der jüngste Meilenstein auf unserem Weg zur Null-Emissionen-Logistik. Wir haben unsere StreetScooter-Produktion bereits ausgeweitet. Im nächsten Jahr soll sich die Produktionskapazität von 10.000 auf 20.000 Fahrzeuge verdoppeln. Wir produzieren Elektro-Fahrräder und -Dreiräder und haben in einigen europäischen Städten bis zu 60 Prozent unserer innerstädtischen Zustellfahrzeuge durch diese emissionsfreien Lastenräder ersetzt. Unser innovatives City Hub-Konzept mit dem DHL Cubicycle – einem speziell konfigurierten Lastenfahrrad, das eine Transportbox mit einem Ladegewicht von bis zu 125 Kilogramm befördern kann – wird aktuell in Deutschland und den Niederlanden getestet und kann einen erheblichen Beitrag zur Erreichung unseres Ziels einer Null-Emissionen-Logistik bis 2050 leisten.

Seit diesem Jahr stellen wir diese innovative Technologie auch Drittkunden zur Verfügung. Alle StreetScooter-Modelle – einschließlich des „Work S“ (E-Fahrrad) und „Work M“ (E-Dreirad) sind jetzt frei verkäuflich.

Was als kleines Start-up an der RWTH Aachen begann, ist zu einer entscheidenden Triebfeder für E-Mobilität geworden. Wir wollen Marktführer in der grünen Logistik werden, und unsere E-Fahrzeuge helfen uns, dieses Ziel zu erreichen. Der Erfolg des StreetScooter, unser Projekt zur CO2-freien Zustellung in Bonn und andere emissionssenkende Projekte haben gezeigt, dass die E-Mobilität nicht nur reif für die Brief- und Paketzustellung ist, sondern zum Standard in der Logistik werden kann.

Der Beitrag ist im Rahmen der Blogparade Elektromobilität erschienen.

4 Kommentare

  • Mike

    Having joined the company in August 2017, I am delighted to learn that I work for a company that takes its environmental responsibilities so seriously. Well done!

  • Lama

    I’m glad that DHL is a part of the environmental development !

  • B Z

    Sehr gut!
    Dhl macht hier im Bereich der „last mile“ alles richtig.
    Was jetzt noch fehlt z. B. Gas-Betriebe LKWs anstelle der Diesel-LKWs zwischen den Verteilzentren.
    Weiter so 👍😊

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* = Pflichtfeld