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Stakeholderdialoge können mutiger und zielgenauer werden

Der Trend ist aber zugleich Ausdruck eines wachsenden Bewusstseins für wechselseitige Abhängigkeiten zwischen einem Unternehmen und seinen Anspruchsgruppen. Indes: Wirklich neue und mutige Ansätze für einen solchen Dialog sehe ich wenige.

Die Welt der Wirtschaft ist voller Stakeholder und es erstaunt nicht, dass sich Unternehmen zuerst ihren Kunden, Kapitalgebern und Mitarbeitern zuwenden. Wer diese Gruppen nicht pflegt, entzieht seinem Unternehmen sehr schnell die Existenzgrundlage.

Besonders Mitarbeiter stehen als Stakeholder derzeit hoch im Kurs

Besonders Mitarbeiter stehen als Stakeholder derzeit hoch im Kurs – als Folge der demografischen Entwicklung und des drohenden Fachkräftemangels.

Einen starken Zulauf erleben ebenso NGOs und ihre professionellen Interessenvertreter. Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen können längst nicht mehr allen Anfragen gerecht werden und suchen sich die Firmen aus, mit denen sie in einen Dialog treten möchten. Unternehmen müssen also attraktive Formate anbieten, um bei der Suche nach Dialogpartnern in der Zivilgesellschaft nicht leer auszugehen.

Umgekehrt forderte jüngst der Harvard-Professor Robert G. Eccles von den Unternehmen, dass sie eine klare Auswahl der für sie relevanten Stakeholder treffen – und sich öffentlich dazu stellen. „Sie können sich nicht um jeden kümmern“, so Eccles. In der Praxis habe ich ein solches klares Bekenntnis für und gegen potentielle Anspruchsteller noch nicht gesehen.

Allen Dialogpartnern könnten Social Media die Kommunikation erleichtern. Dazu bedarf es neuer, spannender und transparenter Formate – zu viele digitale Umfragen etwa bieten nicht mehr als ein Fragebogen auf Papier.

Und nicht zuletzt geht es darum, neue Stakeholdergruppen in den Blick zu bekommen: Zweifelslos sind beispielsweise andere Unternehmen derselben Branche wichtige Stakeholder, gemeinsam gestaltet man ein Geschäftsfeld. Es gibt die bekannten kartellrechtlichen Probleme im Branchendialog. Trotzdem überrascht es mich, dass Mitbewerber als Stakeholder bisher völlig außen vor bleiben.

Gerade für die Logistikbranche besitzt der brancheninterne Dialog eine große Bedeutung: Hier geht es etwa um die Vergleichbarkeit der Messverfahren und ihrer Ergebnisse, um die Erforschung völlig neuer Transportsysteme oder um gemeinsame Lösungen für den Transport auf der „letzten Meile“. Von einem solchen Branchendialog und gemeinsamen Strategien ohne Wettbewerbsverzerrung würde die Gesellschaft profitieren.

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