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Neugestaltung der Logistik für eine Kreislaufwirtschaft

Das lineare Modell nach dem Motto „Nehmen – Herstellen – Verbrauchen – Entsorgen“ ist seit Beginn der industriellen Revolution ständig verfeinert worden und hat zu einer beeindruckenden wirtschaftlichen Entwicklung geführt. Heute steht dieser Ansatz allerdings vor immer größeren Herausforderungen. Ob Versorgungsrisiken, negative externe Effekte oder akute Preisvolatilität – um uns neue wirtschaftliche Möglichkeiten zu eröffnen müssen wir über den Tellerrand blicken. Kann ein Kreislaufmodell den Weg in eine neue Wachstums- und Entwicklungsphase ebnen?

Die Kreislaufwirtschaft ist darauf ausgerichtet, natürliche Systeme wiederherzustellen und nicht erneuerbare Ressourcen so zu steuern, dass der Wert der Materialien und Produkte im wirtschaftlichen Kreislauf erhalten bleibt. Alles fließt als Beitrag in einen anderen Prozess ein – so wird Verschwendung konstruktiv beseitigt. Wirtschaftliches Wachstum wird vom Verbrauch nicht erneuerbarer Ressourcen entkoppelt, was die langfristige Nachhaltigkeit des Systems stärkt.

Kreislaufwirtschaft generiert beträchtliche Einsparungen bei den Materialkosten und reduziert strukturelle Verschwendung.

Untersuchungen der Ellen MacArthur Foundation zeigen, dass das Geschäftsmodell einer Kreislaufwirtschaft ein überzeugender Ansatz ist. Vor allem generiert eine Kreislaufwirtschaft beträchtliche Einsparungen bei den Materialkosten und reduziert strukturelle Verschwendung. Zudem werden Wertschöpfungsketten widerstandsfähiger und die Versorgungssicherheit steigt. Darüber hinaus bietet eine Kreislaufwirtschaft Chancen für Einnahmen durch neue Geschäftsmodelle, die Produktinnovationen vorantreiben, so die Überzeugung führender Unternehmen, die Kreislaufmodelle derzeit erproben. Und schließlich gewinnt diese Vorgehensweise weltweit an Zustimmung, so dass sogenannte „Early Adopters“ die Potenziale zur Verbesserung der Kundenbindung ausschöpfen können.

Zusammenarbeit ist der Schlüssel zum Erfolg

Die Umgestaltung linearer Produktions- und Verbrauchsmuster und die Einführung zirkulärer Modelle wird ein disruptiver Prozess sein, der Zusammenarbeit erfordert. Wir müssen die Wirtschaft ganzheitlich betrachten. Dies können wir aber nur, wenn alle Stakeholder und Sektoren entlang der Wertschöpfungskette zusammenarbeiten. Unsere unternehmensgesteuerte Kollaborationsplattform, die Circular Economy 100 (CE100), ist genau darauf ausgelegt: Sie bringt führende Organisationen aus der ganzen Welt zusammen, um den Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft zu beschleunigen. CE100 ist eine einzigartige, branchenübergreifende und multidisziplinäre vorwettbewerbliche Kollaborationsplattform, die ihre Mitglieder bei jedem Schritt auf dem Weg in eine Kreislaufwirtschaft unterstützt: Sie vertieft das Wissen Einzelner und des Unternehmens, forciert die interne Dynamik, schafft Netzwerke und ermöglicht Kooperationsprojekte.

Die Zusammenarbeit muss über den Austausch von Best Practices in der Produktion und im Marketing hinausgehen. Mitglieder von CE100 erkennen, wie wichtig physische und virtuelle Infrastrukturen für die Kreislaufwirtschaft sind. Und die Kooperationsprojekte spiegeln das wider.

Intelligente Produkte und Reverse Logistics

Vor dem Hintergrund einer dynamischen Komplexität müssen wir lernen, wie effiziente zirkuläre Wertschöpfungsketten gestaltet werden. Ein Hindernis für die Umsetzung einer Rückwärtslogistik in großem Umfang ist das Fehlen effektiver Ertragsprognosen für die diversen Produktmodelle, die zu unterschiedlichen Zeiten und unter unterschiedlichen Bedingungen in die zirkulären Schleifen einfließen. Am einen Ende des Spektrums wird ein hoch standardisiertes Netzwerk benötigt, das Rücklaufvolumina maximiert, um Rückgabewege für Produkte zu schaffen, beispielsweise aus der Unterhaltungselektronik. Am anderen Ende stellen anspruchsvolle Industrieprodukte, wie etwa medizinische Ausrüstungen, spezifische, komplexe Anforderungen an das Handling und an eine integrierte Lösung für das Sammeln und Ersetzen der Geräte und Teile.

Das zirkuläre Potenzial erschließen

Das „Reverse Logistics Maturity“-Modell ist ein Beispiel für ein neues Logistik-Tool, das darauf ausgerichtet ist, diese Hindernisse zu beseitigen und Systeme neu zu gestalten. Unternehmen können damit die Abläufe ihrer Rückwärtslogistik planen und skalieren – Elemente, die zum Schließen der Materialkreisläufe in der zirkulären Wirtschaft wichtig sind. Das Modell ist das konkrete Ergebnis von Kooperationsprojekten, die im Rahmen des Programms CE100 entwickelt wurden.

Das lineare Wirtschaftsmodell, das wir heute haben, steht einer wachsenden Zahl von Herausforderungen gegenüber. Die Kreislaufwirtschaft ist eine attraktive und sinnvolle Alternative, die zukunftsorientierte Unternehmen bereits heute ausloten. Sie hat das Potenzial, Kosten zu reduzieren, neue Einnahmen zu generieren und Versorgungsketten zukunftssicher zu machen. Zusammenarbeit in Verbindung mit technologischer Innovation und neuen Geschäftsmodellen sind der Schlüssel für den Weg in eine Kreislaufwirtschaft.

Fair & Responsible Logistics

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