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Logistische Herausforderung: Energie für die globale Wirtschaft

Nach jahrzehntelangen Sorgen über die Energieunabhängigkeit haben Methoden wie das Hydraulic Fracturing (Fracking) und Horizontalbohrungen einen Öl- und Gasboom ausgelöst. Diese Verfahren zur Öl- und Gasförderung aus neuen Quellen, die erst durch die steigende Nachfrage wirtschaftlich geworden sind, bringen eine logistische Herausforderung mit sich: den Transport in sehr entlegene Gebiete. Im Interview spricht Steve Harley, Präsident des Bereichs DHL Global Energy Sector, über die Zukunftspläne für die strategische Entwicklung der globalen Energie-Lieferkette.

Wie wird die Energie-Lieferkette der Zukunft Ihrer Meinung nach aussehen?

Harley: Ich denke, sie wird einem Teller Spaghetti ähneln. Künftig wird die Welt Energie aus zahlreichen unterschiedlichen Energiequellen beziehen, die sich an vielen unterschiedlichen Orten befinden. Dadurch wird die Lieferkette deutlich komplexer. Im Mittelpunkt steht der Energietransport, von der Beförderung großer Windräder bis zu Erdgaslieferungen. Alle möglichen Formen von Energie werden rund um die Welt transportiert. Die Netze und Pipelines, über die sie befördert werden, werden vermutlich deutlich größere Gebiete abdecken und dabei mehr Grenzen überqueren als das heute der Fall ist.

Wie verändern sich die Gesundheits- und Sicherheitsanforderungen? Welche Auswirkungen hat das auf den Energiesektor? Und wie ernst nehmen Sie das?

Harley: Wir nehmen das extrem ernst. Ohne die richtigen Gesundheits-, Sicherheits- und Umweltstandards (HSSE) brauchen wir im Energiesektor gar nicht erst antreten. Diese sind in allen Bereichen dieser Industrie sehr wichtig: Wenn beispielsweise neue Standorte erschlossen werden, neue Methoden für die Gasförderung aus unterirdischen Reserven getestet werden oder Windräder installiert werden sollen. Bei all diesen Entscheidungsprozessen spielen die HSSE-Vorgaben eine entscheidende Rolle. Dabei erwarten unsere Kunden von uns, dass nicht nur wir unsere Gesundheits- und Sicherheitsstandards einhalten, sondern dass wir das ebenfalls für unsere Zulieferer garantieren können. Das ist für uns ein ernstzunehmender Aspekt.

Wie bewerten Sie Einfluss und Bedeutung der erneuerbaren Energien in der Branche?

Harley: Ich halte die erneuerbaren Energien für sehr wichtig für die Zukunft des Energiesektors. Allerdings glaube ich nicht, dass sie sich in naher Zukunft zum wichtigsten Treiber der Branche entwickeln werden. Sie haben vielleicht einen Anteil von 20% bis 30 % an der Energieversorgung und werden an Bedeutung gewinnen. Aber an der Dominanz der traditionellen Energieträger wird sich bis auf weiteres nichts ändern. Ohne Öl und Gas können wir den globalen Energiebedarf nicht decken.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Logistik Magazin Delivered.

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