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Personalisiertes Infotainment – der Schlüssel für eine erfolgreiche E-Commerce-Strategie im 21. Jahrhundert

Aus meiner Sicht gibt es durch das starke Wachstum drei wesentliche Auswirkungen auf die E-Commerce-Branche: Eine Beschleunigung der Prozesse für Händler und Kunden, höherer Konkurrenzdruck durch direkte Preisvergleiche und eine permanente Kundenwanderung.

Um diesen Problemen im Onlinehandel entgegenzutreten, verfolge ich den Ansatz, das Verhalten des Kunden zu entschleunigen. Reduziert man die Geschwindigkeit seiner persönlichen Internetnutzung, sinkt unter anderem das Stresspotenzial bei der Produktsuche ab. Dies hat ebenfalls eine verbesserte User-Experience zur Folge. Wer beispielsweise eine höhere Verweildauer auf unterschiedlichen Webseiten erzeugt, der schafft sich dadurch eine engere Kundenbindung und direkte Wettbewerbsvorteile.

Werben ohne zu werben

Heutzutage ist ständig die Rede von Reizüberflutung durch einen permanenten Medienkonsum. Dies überfordert und stumpft Kunden ab. Im Besonderen sind es Werbebotschaften, die teilweise gar nicht oder falsch beim Nutzer ankommen.

Werbung kann im World Wide Web nicht mehr nur ein einfacher Banner sein, der wahllos auf irgendwelchen Internetseiten gestreut wird. Vielmehr müssen Werbeformen gefunden werden, die es Internetnutzern ermöglichen, die Werbebotschaften bewusst wahrzunehmen. Der Rezipient muss bewusst die Chance haben, sich zu entscheiden, Kunde des Werbetreibenden zu werden.

Es geht nicht darum, Werbung nur geschickt zu verkaufen

Es geht mir hierbei nicht darum, Werbung nur geschickt zu verkaufen. Mein Anspruch ist, Botschaften und Inhalte zu produzieren, die an sich schon zur Bedürfnisbefriedigung und Stimulation des Kunden beitragen. Der Kunde soll die Werbung sowohl als Reklame als auch als einen persönlichen Zugewinn für sich ansehen.

Es gibt im Internet die unterschiedlichsten Herangehensweisen und Versuche zu werben, ohne zu werben. Zu nennen sind zum Beispiel virale Videoclips mit einem Produktfokus, Selbermach-Anleitungen mit Materialverweis und redaktionelle Inhalte mit Shoppingtipps. Alle drei Ansätze nehmen meinen Grundgedanken auf und entschleunigen die Nutzung des Kunden. Er konsumiert bewusst wertige Inhalte und nicht nur Werbebotschaften.

Kundenbindung durch Unterhaltung

Der hohe Konkurrenzdruck im Internet ist allgegenwertig. Selbst bei einer einfallsreichen Eigenentwicklung in der Kommunikationsstrategie oder des gesamten Businessmodels gibt es in kürzester Zeit Nachahmer. Die Ideen und Konzepte werden ggf. sogar noch optimiert und verbessert. Die Aufmerksamkeit des Kunden zu erhalten ist daher oberstes Gebot, um konkurrenzfähig zu sein. Der Preiskampf darf dabei nicht das alles Entscheidende sein.

Es muss geschafft werden, was nur selten gelingt: Der Kunde muss von sich das Verlangen haben, den Händler aufzusuchen. Ein direktes Bedürfnis bzw. eine gewünschte Produktsuche soll dabei nicht zwangsläufig im Vordergrund stehen. Wie oben beschrieben, sind es wertige Inhalte, die den Schlüssel dazu darstellen. Beispielsweise werden Blogs sehr gerne von Unternehmen genutzt, um redaktionelle Beiträge zu kommunizieren. Festzustellen ist: Umso spezifischer sich ein Blog thematisch aufstellt, desto eher bietet es eine Orientierung und fördert die Erwartungshaltung des Kunden.

Das Blog führe ich als Vorbild auf, weil es hier darum geht, konstant einzigartige Inhalte zu erzeugen und zu kommunizieren. Erst die regelmäßige Produktion von wertigen Beiträgen führt dazu, dass der Kunde eine Bindung zum Unternehmen aufbaut. Zudem entfällt die Expertenrolle hinsichtlich des jeweiligen Fachgebietes auf den Blogbetreiber. Der Kunde entwickelt dadurch Vertrauen und die Verbindung mit dem Unternehmen wird erneut gestärkt.

Teilhabe statt Konsum

Ein weiterer wesentlicher Punkt ist die Aktivierung und Mobilisierung des Kunden. Jeder Kunde, der ohne Anreize über ein Unternehmen positiv redet, ist Gold wert. Die Schaffung von Möglichkeiten zur Interaktion mit den Kunden und zwischen den Kunden birgt großes Potenzial im E-Commerce. Der Kunde kann somit als Werbeträger für ein schnelles organisches Wachstum sorgen.

Soziale Netzwerke und Foren stellen sehr gute Beispiele für diese Art der Kundenansprache dar. Sie bieten im besten Fall eine beidseitige Kommunikation, Möglichkeiten zur Mitsprache und Mitgestaltung bei Entscheidungen sowie öffentlichen und moderierten Austausch zwischen Mitgliedern. Die kommunizierten Inhalte sollten im Besonderen den Kunden selbst dazu motivieren, sich zu äußern bzw. einen Beitrag zu teilen.

All das würde ich als Infotainment zusammenfassen. Auf den Kunden zugeschnittene Inhalte und angepasste Kommunikationskanäle sind hier in den Fokus zu rücken. Vor allem gemeinsam mit den Nutzern neue und einzigartige Darstellungsweisen oder Bereiche zu schaffen, trägt zur Aktivierung und Kundenbindung sowie Kundentreue bei. Bei Beachtung dieser Denkansätze für die E-Commerce-Strategien gehe ich davon aus, dass man beim rasanten Wachstum des Onlinehandels nicht nur Schritt halten, sondern auch eine Führungsrolle übernehmen kann.

* Quelle: German E-Commerce and Distance Selling Trade Association

Studie: „Global E-Tailing 2025“ (PDF)
Zur interaktiven Webseite „Global E-Tailing 2025“
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Delphi Dialog über die Zukunft des E-Commerce

 

 

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