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Zentralasien: Neue Seidenstraße eröffnet neue Möglichkeiten

Die Reise dauert nur rund zwei Wochen, doch verändern wird es den Welthandel für die nächsten zehn Jahre und darüber hinaus. Die Rede ist von unserem neuen südlichen Eisenbahnkorridor zwischen China und der Türkei, den wir in dieser Woche eingeweiht haben. Was daran so besonders ist? Nun, dieser Korridor ist ein historischer Schritt. China plant, die Seidenstraße als Wirtschaftsgürtel wiederzubeleben, ein Landkorridor, der China und Europa verbindet. Unsere neue südliche Eisenbahnroute bedient das kritische Stück zwischen der Türkei und China. Dies alles ist Teil der intensiv beworbenen chinesischen Handelsinitiative „One Belt, One Road” – ein Gürtel, eine Straße.

Eine neue Seidenstraße auf der Schiene

Von der neuen Seidenstraße profitieren insbesondere die Türkei sowie alle weiteren Länder, durch die die Handelsroute führt

Einst führten alle Wege zwischen Ost und West über die Türkei und Zentralasien, die Region war Dreh- und Angelpunkt eines blühenden Handels zwischen China und Europa, der über die ursprüngliche Seidenstraße verlief. Im 15. Jahrhundert versperrte das osmanische Reich den Weg, und die Händler sahen sich gezwungen, auf die Meere auszuweichen. Der Seeweg dauert jedoch wesentlich länger – daran hat sich bis heute nichts geändert. Von der neuen Seidenstraße profitieren insbesondere die Türkei sowie alle weiteren Länder, durch die die Handelsroute führt, denn:

Durch den besseren Zugang zu chinesischen Waren wird die Türkei ihre Handelsbilanz mit europäischen Spitzenpartnern wie Deutschland und Frankreich kräftig ausbauen können. Doch nicht nur die Türkei profitiert. Der neue südliche Eisenbahnkorridor verläuft auch durch Kasachstan, Aserbaidschan und Georgien, und auch diese Länder unterstützen die Bemühungen, den Handel über ihre Grenzen zu beleben, nachhaltig. Kurz gesagt: Der Korridor eröffnet viele neue Möglichkeiten.

Eine echte Alternative

Darüber hinaus ist die neue Seidenstraße sowohl eine sinnvolle Ergänzung als auch eine attraktive Alternative zur Luft- und Seefracht. Der Transport über Land bietet kürzere Laufzeiten als der zur See und sowohl Kosten als auch CO2-Emissionen sind niedriger als bei Luftfrachtoptionen. Die Emissionsreduktion beträgt bis zu 90 Prozent! Insbesondere in Anbetracht des jüngst in Paris von 190 Ländern unterzeichneten Klimaabkommens ist mit einer steigenden Nachfrage nach umweltfreundlichen Logistiklösungen wie Bahnfracht zu rechnen.

Ein ehrgeiziges Projekt

Eine interkontinentale Handelsroute wie der Wirtschaftsgürtel der Seidenstraße ist ein ehrgeiziges Projekt, und wir spielen bei der Umsetzung eine tragende Rolle. Je mehr Grenzen es zu überwinden gilt, desto höher die Komplexität. Unsere Arbeit besteht zu einem Großteil darin, die Einhaltung der rechtlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen eines jeden Landes zu gewährleisten, durch das eine Sendung geleitet wird. Dafür sind detaillierte Kenntnisse der Regularien und der Infrastruktur des jeweiligen Marktes unabdingbar. Darüber hinaus braucht es belastbare Partnerschaften mit Kennern der lokalen Märkte sowie den zuständigen Behörden. Und es braucht Erfahrung in der Koordination von schnellen und effizienten grenzüberschreitenden Transporten, über die wir dank dreier bestehender multimodaler Verbindungen zwischen Europa und China, Japan bzw. Taiwan bereits verfügen.

So managen wir in Kasachstan die Logistik an und zwischen den einzelnen Bahnhöfen, inklusive Umspurung, Konsolidierung grenzüberschreitender Züge sowie Verzollung und Dokumentation, mithilfe unseres Partners Kazakhstan Temir Zholy Express (KTZE). In Aserbaidschan arbeiten wir eng mit Karvan Logistics zusammen, in der Türkei mit RTSB Logistics und in China, Aserbaidschan und Georgien mit der staatlichen Eisenbahn. Jeder dieser Partner ist für eine Teilstrecke oder einen Transportmodus verantwortlich. Unsere Aufgabe ist die Koordination, die Gewährleistung eines reibungslosen Ablaufs und nahtloser Übergänge zwischen den Ländern. So wird aus vielen Teilen ein Ganzes – ganz im Sinne von „One Belt, One Road“.

Mit dem Wirtschaftsgürtel hat China Großes vor. Die Umsetzung kann nur gelingen, wenn wir unsere gesamte Expertise aus dem internationalen Landtransport einbringen. Doch die neue Seidenstraße, mit all ihren (noch unentdeckten) Schätzen, ist jede Mühe wert.

Was bedeutet die neue Seidenstraße für Sie und Ihr Geschäft? Welche logistischen Herausforderungen entstehen für Sie durch die chinesischen Bestrebungen, den Handel zwischen Asien und Europa neu zu definieren?

2 Kommentare

  • Guten Tag,
    ich finde es gut, dass China soviel im Bahnverkehr zur Emissionvermeidung tut. Schließlich ist der Güterverkehr nicht unerheblich und macht einen wirklich großen Anteil aus. Zukünftig werde ich wohl wirklich mal die Zugtransporte wählen, statt per Schiff.

  • Mia

    Die neue Seidenstraße macht hoffentlich auch eine Bahnfracht aus China wieder attraktiver. Aus ökologischen Gründen ist anderen Transportmöglichkeiten vermutlich überlegen. Ich hoffe, dass dieses Beispiel die deutsche Bahn auch wieder mehr fördern wird in die Infrastruktur zu investieren.

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