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Die Zukunft der Menschheit im All beginnt mit der Logistik

Wir schreiben das Jahr 1969. Apollo 11 hat gerade auf dem Mond aufgesetzt und damit den Wettlauf ins All gewonnen. Gebannt verfolgen Millionen Zuschauer rund um die Welt auf ihren Schwarz-Weiß-Fernsehern die ersten Schritte eines Menschen auf dem Mond. In wenigen Jahrzehnten werden Hunderte von Menschen auf anderen Planeten leben und arbeiten, denken sich viele, als die pixeligen Bilder des ersten Spaziergangs von Neil Armstrong und Buzz Aldrin über ihren Bildschirmen flimmern. Haben die beiden Astronauten nicht gerade den Weg in eine neue Zukunft für die Menschheit beschritten? So wie die Wright Brothers rund 65 Jahre zuvor?

Doch auch 40 Jahre später lebt und arbeitet noch niemand auf dem Mond. Tatsächlich haben überhaupt nur zwölf Apollo-Astronauten jemals den Mond betreten. Und nur drei Nationen haben jemals einen Roboter auf der Mondoberfläche abgesetzt: die USA, die ehemalige Sowjetunion und China. Warum? Zum einen begannen die Mondmissionen als reine Regierungsangelegenheit. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Jede einzelne Mission hat riesige Summen verschlungen. Entsprechend wenige hat es gegeben. Seit dem Ende des Apollo-Programms scheint der Menschheitstraum einer Zukunft auf dem Mond ausgeträumt. Bis heute.

Tatsächlich hat die Raumfahrt in den vergangenen zehn Jahren große Sprünge gemacht. Faszinierende neue Entwicklungen haben unseren Ehrgeiz wiedererweckt, noch tiefer in die Weiten des Weltalls vorzudringen. Mit dem Aufstieg neuer Unternehmen wie Elon Musks Raumfahrtschmiede SpaceX sind die Kosten von Trägerraketen deutlich gesunken. Elektronische Komponenten werden immer kleiner. Die Robotertechnik wird sowohl günstiger als auch ausgefeilter. Dadurch sind jetzt auch private Unternehmen in der Lage, kommerzielle Missionen zu Orten wie dem Mond durchzuführen.

Lunare Zukunft

Ich weiß, was Sie jetzt denken: Kommerzielle Missionen? Wer würde denn einen solchen Service nutzen wollen? Als erstes sicherlich die vielen Nationen und Raumfahrtagenturen, für die der Mond bislang unerreichbar war. In ihren Schubladen verstauben seit Jahren zahllose lunare Ideen und Experimente. Ein privater Mondtransportdienst würde Ländern in aller Welt die Möglichkeit geben, den Mond zu erkunden und auf dem Erdtrabanten wissenschaftliche Experimente durchzuführen, ihre Raumfahrtindustrie auszubauen und nachwachsende Generationen zu inspirieren. Das alles, weil Missionen zum Mond jetzt zu einem Bruchteil der früher üblichen Kosten angeboten werden können.

Ein regelmäßiger Transportdienst zum Mond steht bereits in den Startlöchern und könnte den Durchbruch zu einer neuen lunaren Zukunft der Menschheit markieren. Das mag revolutionär klingen, ist aber eine typische Entwicklung, wenn die Logistik den Weg für erfolgreiche kommerzielle Neuerungen ebnet. 1969, im Jahr der ersten Mondlandung, wurde auch DHL Express gegründet – das Unternehmen, das sich unter dem Namen DHL zum größten Transportanbieter der Welt entwickelt hat und jeden Tag Menschen in aller Welt verbindet. Als Pionier hat DHL neue Maßstäbe in Schnelligkeit und Kosteneffizienz gesetzt und so den internationalen Transportsektor revolutioniert. Das Unternehmen hat selbst neue Firmen hervorgebracht, neue Märkte geschaffen und mehr Menschen denn je miteinander vernetzt.

Ein kommerzieller Mondtransportdienst kann das gleiche erreichen: neue Märkte im Weltall erschließen, Ländern überall auf der Welt Zugang zu einem wachstumsstarken neuen Wirtschaftszweig eröffnen und der gesamten Menschheit einen gemeinsamen Service bieten.

Aufbruch in eine neue Ära

Das Unternehmen Astrobotic nutzt diese Trends, um einen kostengünstigen Transportdienst zum Mond zu entwickeln. In der Vergangenheit wurden Raumfahrzeuge einzeln und für sehr spezielle Instrumente und Experimente gebaut. Unser Ansatz ist anders. Unser Peregrine Mondlandesystem wird auf seinen Mondfahrten unterschiedliche Transportgüter (oder „Nutzlasten“, wie sie in der Raumfahrt heißen) aus aller Welt befördern. Es wird modular aufgebaut und für eine Vielzahl von Frachttypen adaptierbar sein – genauso wie ein Airbus A380 Frachter auf einem Flug viele unterschiedliche Frachtgüter befördern kann.

Vor diesem Hintergrund ist es vielleicht keine Überraschung, dass wir uns mit DHL zusammenschließen, um der Welt Zugang zum Mond zu bieten. Wir haben diese wichtige Partnerschaft mit DHL und Airbus Defence and Space bei der jüngsten Berlin Air Show bekanntgegeben. Als offizieller Logistikanbieter für Astrobotics erste Mondmission übernimmt DHL wesentliche logistische Dienstleistungen für uns und die Nutzlast unserer Kunden. Airbus Defence and Space stellt wichtige technische Unterstützung bei der Weiterentwicklung unseres lunaren Landemobils bereit.

Ich bin mir sicher, dass wir am Beginn eines neuen Kapitels in der Geschichte der Logistik stehen. Im Rückblick werden wir diesen Moment als historischen Wendepunkt in der Geschichte der Menschheit im Weltall betrachten. Die Zukunft, die wir uns damals, 1969, vorgestellt haben, wird endlich Realität. Und der Weg in diese Zukunft wird durch Logistik vorbereitet.

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