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Das große Shoppen: Drei Sales-Highlights befeuern den E-Commerce-Boom

Alle Jahre wieder: Schon werden die Läden wieder festlich dekoriert. Im Hintergrund laufen die ersten Weihnachtslieder. Das ist es allerdings nicht, was mich auf das Thema Online-Shopping an Feiertagen gebracht hat. Bei den Shopping-Highlights des Jahres denken viele sicher sofort an das Weihnachtsgeschäft. Wie groß die Kauflaune kurz vor dem Jahresende ist, zeigen drei jüngere Online-Shopping-Festivals allerdings noch viel besser.

Tatsächlich sind der November und der Dezember die beste Saison für Online-Schnäppchenjäger. Grund für die große Auswahl an Sonderangeboten sind drei große Shopping-Events, die jedes Jahr mehrere Milliarden Dollar in die Kassen des Onlinehandels schwemmen: Diwali, Singles Day und natürlich Black Friday.

Die meisten Konsumenten nutzen Sonderangebote und große Sales-Events oder warten mit ihren Weihnachtseinkäufen bis zur letzten Minute. Einer aktuellen Studie zufolge rechnet der Einzelhandel in diesem Jahr mit einem um 15,6 Milliarden US-Dollar höheren Saisonumsatz als in den letzten beiden Monaten des Jahres 2015 – damit werden die Konsumenten in dieser Saison wohl 10 Prozent mehr ausgeben.

Werfen wir also einmal einen genaueren Blick auf die drei großen Online-Shopping-Events:

Diwali

Der 30. Oktober markiert den Höhepunkt der vierwöchigen Feierlichkeiten anlässlich des „Lichterfestes“ der Hindus. Diwali wird in vielen asiatischen Ländern gefeiert und ist gleichzeitig das größte Shopping-Festival in Indien.

Die diesjährige Diwali-Saison begann Anfang Oktober mit einem Duell zwischen Indiens zwei größten Online-Händlern, Flipkart und Amazon. Sieger des Verkaufskriegs waren Flipkarts „Big Billion Days“ – aber mit 15,5 Millionen verkauften Artikeln war der Abstand zum Verfolger Amazon, der 15 Millionen verkaufte, denkbar knapp. Auch bei Indiens drittgrößtem Onlinehändler Snapdeal klingelten die Kassen mit 11 Millionen verkauften Artikeln.

Interessanterweise entfiel ein Drittel des Amazon-Absatzes auf Modeartikel. Extra für Diwali hatte Amazon mehrere eigenständige E-Commerce-Anbieter aus der indischen Modebranche unter dem Dach von Amazon Fashion zusammengebracht. Noch bemerkenswerter ist das wenn man bedenkt, welche Logistik hinter einer derartigen Initiative steckt. Damit aus Sicht des Kunden alles rund läuft, müssen ‚Open-Box‘-Zustellung, Retouren und Umtausch reibungslos abgewickelt werden.

Zusammen nahmen Flipkart, Amazon und Snapdeal innerhalb von sechs Tagen so rund 1,8 Milliarden US-Dollar ein – deutlich mehr als im Vorjahr, als Indiens Top 3 einen Umsatz von insgesamt 1,1 Milliarden US-Dollar verbucht hatten.

Befeuert wird das Wachstum in Indien vor allem durch die schnelle Verbreitung internetfähiger Geräte und der 3G/4G-Technik sowie durch die zunehmende Nutzung von Zahlungsoptionen wie Cash-on-Delivery (COD – eine Art Nachnahme), welche die Expansion des Onlinehandels in ländlichere Regionen überhaupt erst möglich machen. Ich sehe keine Anzeichen für eine Verlangsamung dieses Trends. Ganz im Gegenteil: Viel spricht dafür, dass die zweit- und drittgrößten Städte dem Onlinehandel im Jahr 2017 die größten Wachstumschancen eröffnen werden.

Singles Day

In einem Artikel, den ich vor kurzem gelesen habe, hieß es, Chinas größter Onlinehändler Alibaba mache den wichtigsten Online-Shopping-Tag des Landes zu einem spektakulären Event mit der Anziehungskraft eines Super Bowls, des jährlichen Höhepunktes des amerikanischen Footballs. Den Vergleich hielt ich für etwas überzogen. Doch dann las ich: Katy Perry – die bereits amerikanische Football-Fans in der Halbzeit-Show des Super Bowls begeistert hat – ist Alibabas „globale Botschafterin“ für den Singles Day.

Alles klar, verstanden! Der Singles Day gehört längst zu den ganz großen Shopping-Events. Tatsächlich ist der als eine Art „Anti-Valentinstag“ in China gestartete Sonderverkaufstag inzwischen der umsatzstärkste Tag der Welt. Das hat der Handel vor allem Alibaba zu verdanken.

Aktuell spricht alles dafür, dass Alibaba den im letzten Jahr erzielten Tagesumsatz von 14,3 Milliarden US-Dollar am 11. November dieses Jahres nochmals toppen wird – mit einigen der innovativsten Ansätze im E-Commerce.

Abgesehen vom Promi-Faktor, den Katy Perry mitbringt, stellt Alibaba bis zum 11. November Produkt-Livestreams von 600 Marken bereit, um den Konsumenten die eigenen Produkte näherzubringen. Unter anderem organisierte der Händler eine achtstündige Modeschau in Shanghai mit exklusiver Vorstellung der Artikel von mehr als 50 Marken – und natürlich einer exklusiven Vorbestellungsoption.

Einige Shopping-Erlebnisse werden komplett in der virtuellen Realität stattfinden. Damit wirklich jeder dabei sein kann, gibt es von Alibaba sehr günstige, aber funktionale Pappe-VR-Headsets praktisch geschenkt.

Verpassen Sie auch nicht das „Tmall Cat“-Spiel in der „Aufwärmphase“ vor dem diesjährigen Singles Day – ein Pokémon Go ähnelndes Augmented Reality-Spiel, bei dem die Spieler zu attraktiven Online-Angeboten und Schnäppchen in echten Läden geführt werden.

Wie das Beispiel Alibaba zeigt, ist das Shopping-Erlebnis für die Konsumenten längst genauso wichtig wie der Einkauf selbst. Damit beides stimmt, braucht der Online-Handel eine perfekt orchestrierte E-Commerce-Logistik.

Black Friday

In einem Artikel über Sonderverkäufe zu Feiertagen darf ein Tag natürlich nicht fehlen: Black Friday, der Tag nach dem amerikanischen Erntedankfest Thanksgiving. In diesem Jahr ist es der 25. November. Während die Amerikaner Thanksgiving traditionell mit einem gemeinsamen Truthahn-Essen im Kreise ihrer Familie feiern, halten sich inzwischen viele den Tag nach Thanksgiving zum Power-Shopping frei.

Früher bildeten sich am Black Friday schon in den frühen Morgenstunden lange Schlangen vor den beliebtesten Läden. Heute ziehen die Black Friday-Schnäppchen traditionelle Käufer genauso an wie Online-Shopper.

Eine aktuelle Studie von PwC beschreibt die typischen Black Friday-Shopper: Hipster mit Zeit zum Stöbern und dem nötigen Kleingeld für den Online-Kauf trendiger Nischenartikel für sich selbst oder andere. Die Unter-20-Jährigen der Generation Z, die gerne echte Dinge in echten Läden kaufen. Und Millennial-Eltern, die genauso viel online wie offline shoppen. Was bedeutet das für die Onlinehändler? Entscheidend ist die Flexibilität!

Diese unterschiedlichen Kunden erwarten in unterschiedlichem Maße ein nahtloses, stimulierendes Einkaufserlebnis, in dem sie die Kontrolle behalten: Das Omnichannel-Erlebnis verzahnt physische Läden mit Online-Angeboten und mobilen Apps, um die Kaufbereitschaft zu erhöhen.

Der Wunsch nach Kontrolle und Flexibilität gilt auch für die Last-Mile-Zustellung. Obwohl die „curbside delivery“ (Zustellung an die Hauseinfahrt) oder die Zustellung an einen vorab bestimmten Ort in den USA noch nicht sehr verbreitet sind, gibt es sie durchaus. Rund 30 Prozent der Käufer wären bereit, eine der beiden Optionen zu testen. Der kostenlose Versand wird schon längst nicht mehr als Bonus angesehen, sondern zunehmend erwartet. Tatsächlich bieten 60 Prozent der Einzelhändler ihren Online-Kunden inzwischen kostenlose Versand- und Retourenoptionen.

In der Folge haben die Einzelhändler mit unterschiedlichen Kombinationen von Supply-Chain- und Vertriebsansätzen experimentiert, die für KMU besonders wichtig sind.

Auch wenn es erst Anfang November ist, heißt es für den E-Commerce schon jetzt: Süßer die Kassen nie klingeln … (Entschuldigung – das musste jetzt einfach sein!).

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