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Formel E: Inspiration für die Zukunft des Transportwesens

Ein neues globales Sportevent ins Leben zu rufen, das neue Generationen von Zuschauern begeistert, ist schwierig genug. Noch viel schwieriger ist ein solches Unterfangen in einem Bereich – dem Motorsport –, in dem es bereits mehrere etablierte Meisterschaften mit treuen Fangemeinden gibt. Geradezu verrückt erscheint ein solches Ansinnen, wenn es dazu noch auf neue, nicht getestete Technologien setzt und einen Beitrag zur Minimierung der weltweiten CO2-Emissionen leisten will. In jedem Fall erfordert es viel Mut und eine Vision.

Genau diese Vision (oder vielleicht sogar die Verrücktheit des Ansinnens) war es, die DHL im Jahr 2013 überzeugte, sich als Gründungspartner an der Formel E zu beteiligen. Schließlich gründet auch unser Unternehmen auf einer ‚verrückten Idee‘ von drei Unternehmern und hat sich dank eines wegweisenden Ansatzes zur Erschließung neuer Märkte zu einem echten Global Player entwickelt. Daher sahen wir viele Parallelen zwischen dem, was Alejandro Agag und sein Team erreichen wollten, und unserem Unternehmen mit seiner ganz eigenen Kultur. Wir sind nicht enttäuscht worden. Vielmehr sind wir höchst gespannt, wohin uns diese Vision als nächstes führen wird. Wir alle haben die Entwicklung des Elektro-Rennwagens Spark-Renault srt_01e beobachtet. Wir haben uns über Fanboost interaktiv beteiligt. Wir haben das futuristische Rauschen des Wagens gehört. Und wir haben die Einführung der drahtlosen Aufladesysteme erlebt – in der ersten Saison zunächst für das Sicherheitsfahrzeug, ab dem zweiten Jahr potenziell auch für die Rennwagen. All das wurde in sehr kurzer Zeit erreicht – und wer weiß, wie die Entwicklung weitergehend wird, vor allem, wenn die Rennteams ab der zweiten Saison mehr Freiheiten für Feinjustierungen ihrer Fahrzeuge erhalten.

There’s nothing basic about the basics

Das Logistikgeschäft gilt nicht als besonders innovativ. Die letzte große Innovation, die die Branche grundlegend verändert hat, erfolgte im Jahr 1956 mit der Einführung des Versandcontainers aus Metall. Durch diese trügerisch einfache Erfindung konnten die Transportanbieter enorme Effizienzsteigerungen erzielen und die weltweiten Handelsströme deutlich beschleunigen. Seither konzentrieren sich die Innovationen in der Logistikindustrie größtenteils auf kleinere, schrittweise Veränderungen. Doch in einem Unternehmen wie DHL, das im Schnitt mehr als eine Million Sendungen pro Tag ausliefert, können auch kleine Anpassungen enorme Auswirkungen auf die Kosten und das Serviceangebot haben: zum Beispiel Veränderungen an Prozessen oder Technologien, die eine schnellere Sendungsübergabe durch die Kuriere ermöglichen. Eine Neukonfiguration des Flugstreckennetzes, durch die ein bestimmtes Ziel eine halbe Stunde schneller erreicht wird, kann einen bedeutenden Wettbewerbsvorteil darstellen. In unserem Unternehmen zitieren wir immer wieder einen Satz, der dieses Phänomen zusammenfasst und uns daran erinnert, wie wichtig es ist, auch im Kleinen alles richtig zu machen: “There’s nothing basic about the basics“ (sinngemäß: „Die Grundlagen sind von grundlegender Bedeutung“).

Zugleich haben wir in den vergangenen Jahren beobachten können, wie bahnbrechende neue Technologien und Ansätze entwickelt worden sind, die das Potenzial haben, die Transportprozesse grundlegend zu verändern. Ein Beispiel ist der 3D-Druck, der die Art und Weise, wie Güter produziert und konsumiert (und transportiert) werden , revolutionieren könnte. Ein weiteres Beispiel sind unbemannte Fluggeräte oder Drohnen. In den vergangenen Jahren haben mehrere Unternehmen, darunter auch DHL, die Einsatzmöglichkeiten von Drohnen – vor allem für Eilsendungen und Transporte an entlegene Destinationen – untersucht. Andere Technologien wie Augmented Reality, Radio Frequency Identification (RFID) und fahrerlose Fahrzeuge sowie die Entwicklung des Internets und der sozialen Medien könnten die weltweiten Transportnetze ebenfalls auf den Kopf stellen.

 

Auch das Potenzial – und zugleich die Herausforderungen – von Elektrofahrzeugen sehen wir, obwohl sich diese eigentlich nicht als Innovation bezeichnen lassen, da es sie bereits seit dem 19. (ja, wirklich, dem 19.) Jahrhundert gibt. Wenn sie mit sauberer Energie betrieben werden, können sie die CO2-Bilanz deutlich verbessern. Dabei ist ihre Leistung in bestimmten Situationen (wie die Formel E zeigen will) genauso gut oder sogar besser als die von Fahrzeugen mit Otto- oder Dieselmotor. Zu den größten Herausforderungen gehören die Kosten für die Anschaffung, die Wartung und den Betrieb von Elektrofahrzeugen in vielen Märkten, die begrenzte Batterielebensdauer und die vielerorts lückenhafte Ladeinfrastruktur. Besonders inspirierend an der Formel E sind die damit verbundenen Ziele: die Förderung technologischer Fortschritte, die Verbesserung der Batterieleistung und -lebensdauer sowie der kommerziellen Attraktivität von E-Fahrzeugen. Nicht zuletzt sollen Städte von den Vorteilen der E-Mobilität überzeugt werden.

Das alles sind Gründe, die uns dazu bewegt haben, den von der Vision der Formel E inspirierten Blue Sky Transport Design Award ins Leben zu rufen. Im Rahmen dieses parallel zur Rennserie laufenden Wettbewerbs werden professionelle und aufstrebende Designer eingeladen, Ideen für Geräte und Fahrzeuge (für den privaten, öffentlichen oder kommerziellen Gebrauch) zu entwickeln, die Lösungen für einige der Transportherausforderungen unserer Zeit bieten. Um dem Einfluss des neuen Elektrorennsports Ausdruck zu geben, lautet das Wettbewerbsthema Elektrifizierung. Ganz im Geiste der Formel E setzen wir dabei auf ein begeisterndes, attraktives und trendiges Format. Mit dem weltbekannten Transportdesigner Paul Priestman als Vorsitzenden der hochkarätigen Jury des Wettbewerbs wird die Macht des Designs über die Gestaltung unserer heutigen und künftigen Welt ein wichtiger Aspekt dieses Wettbewerbs sein. Die Sieger werden im Juni 2015 im Rahmen des Abschlussrennens der Formel E Premierensaison in London bekanntgegeben.

Wir sind sehr gespannt auf die Formel E und freuen uns schon jetzt auf die kreativen und innovativen Ideen der Designer, die am Blue Sky Transport Design Award teilnehmen. Am spannendsten aber ist, dass wir an der Schwelle zur Zukunft des Rennsports und des Transportwesens stehen, einer Zukunft, die in unseren Händen – und unserer Vorstellungskraft – liegt.

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