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Fallende Eisenerzpreise: Lieferkettenoptimierung bietet Lösungen

Wichtiger Rohstoff

In die Prognosen von Wirtschaftswissenschaftlern fließen verschiedene Faktoren ein. Einer der wichtigsten ist der Ölpreis, eine zentrale Größe unter den Rohstoffindikatoren. Doch auch die Entwicklung des Eisenerzpreises, des zweitwichtigsten Indikators, verrät so einiges über den Zustand der Weltwirtschaft.

Eisen ist das am häufigsten verarbeitete Metall der Welt und wird für die Stahlproduktion benötigt. Fast jede Branche oder Industrie, vom Baugewerbe über die Automobilbranche bis zum Maschinenbau, arbeitet in irgendeiner Form mit Eisen. Insbesondere auf die derzeitige und zukünftige Entwicklung der chinesischen Wirtschaft lässt der Eisenerzpreis Rückschlüsse zu, denn China ist der größte Eisenerzimporteur der Welt. Für die Branche ist der Preis für eine Tonne trockenes Eisenerz ein guter Hinweis auf die künftige Entwicklung der Nachfrage und der eigenen Profitabilität.

In den letzten zwölf Monaten ist der Preis für Eisenerz um rund 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr eingebrochen – von 130 US-Dollar pro trockener Tonne Eisenerz auf 62 Dollar im Juni 2015. Dafür gibt es zwei Gründe: Zum einen vollzieht sich in China derzeit ein Wandel, weg von quantitativem und hin zu qualitativem Wirtschaftswachstum, wodurch die Nachfrage der Baubranche nach Eisen zurückgeht. Zum anderen übersteigt die Eisenerzproduktion der großen westlichen Produzenten die Stahlproduktion. Die vier größten Eisenerzproduzenten – Vale, Rio Tinto, BHP Billiton und Fortescue – die gemeinsam 70 Prozent des Marktes kontrollieren, weiten ihre Produktion aus und verstärken damit das Ungleichgewicht im Markt.

Ein langer Preiskampf

Die Situation wird sich aus mehreren Gründen auch nicht ändern. Erstens haben sich die Bergbauriesen auf einen langen Preiskampf eingestellt. Sie sind bereit, die Abbaumengen hoch zu halten, um so kleinere Mitbewerber mit höheren Produktionskosten vom Markt zu drängen. Die Rechnung scheint aufzugehen. So hat Atlas Iron aus Australien bereits angekündigt, das Bergbaugeschäft vorübergehend einzustellen.

Zweitens würde eine Reduzierung der Abbaumenge einzelner Produzenten durch andere wieder ausgeglichen, sodass sich an der derzeitigen Lage – hohes Angebot, niedrige Preise – nichts ändern würde. Experten zufolge wird die Nachfrage aus China erst im Jahr 2026 ihren Höhepunkt erreichen.

Vor diesem Hintergrund spielen die weltführenden Bergbauunternehmen ein gefährliches Spiel. Schätzungen von Liberum Capital zufolge impliziert ein Rückgang des Eisenerzpreises um 5 US-Dollar eine Minderung des Gewinns bei BHP um 672 Millionen Dollar, bei Rio um 674 Millionen Dollar.

Kostensenkungen möglich

Im aktuellen Marktumfeld ist der Kostendruck, der auf Bergbauunternehmen und ihren Zulieferern aus der Engineering-und- Manufacturing-Branche lastet, enorm. Um weitere Effizienzsteigerungen und Kostensenkungen durchzusetzen, braucht es clevere Lösungen. Wie kann in diesem Umfeld Profitabilität gewährleistet werden? Ein Bereich, den in den vergangenen zehn Jahren nur wenige auf dem Schirm hatten, sind die Logistik und die Lieferketten. Wenn die aktuellen Eisenerzlieferketten optimiert werden, sehe ich dort ein riesiges Einsparpotenzial.

Ich glaube, von Logistikexperten wie DHL kann die Bergbaubranche enorm profitieren. Dank unserer Größe, Erfahrung und globalen Aufstellung können Bergbauunternehmen und ihre Zulieferer sich in diesen schweren Zeiten weiter auf ihr Kerngeschäft konzentrieren, während wir ihre Kosten reduzieren, Qualität erhöhen und Effizienz steigern.

Integration und Kooperation sind die Voraussetzungen für effiziente Lieferketten. Kontrollfunktionen, Datenaustausch und getrennte Prozesse sind das A und O – und fehlen in vielen Lieferketten für Eisenerz. Globale Logistikunternehmen wie DHL können auf ein umfassendes Portfolio an Möglichkeiten, jahrzehntelange Erfahrung, Expertise aus anderen Bereichen (insbesondere dem Automobilsektor) und auf ein globales Netzwerk zurückgreifen. Mit integrierten Logistiklösungen in allen Bereichen der Lieferkette kann die Kostenbasis deutlich gesenkt werden. Der Kunde hat den Kopf frei – für ausgewogenes, nachhaltiges Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit in einem globalen Markt.

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