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Bildung: Der Schlüssel zum wirtschaftlichen Wohlergehen

Eine kürzlich im Auftrag von DHL durchgeführte Studie zeigt, dass relativ hohe Schulabbrecherzahlen in asiatischen Ländern das Wirtschaftswachstum negativ beeinflussen. In diesem Blogbeitrag möchte ich das Thema aus einer etwas breiteren Perspektive beleuchten und darlegen, wie Unternehmen jungen Menschen nicht nur bei der Schulausbildung, sondern vor allem auch beim Übergang in die Arbeitswelt helfen können.

Während des diesjährigen Weltwirtschaftsforums in Davos diskutierten führende Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik über die Vor- und Nachteile kurzfristiger wirtschaftlicher Anreize wie Steuersenkungen gegenüber langfristigen Maßnahmen wie Investitionen in Infrastruktur und Bildung. In einer Podiumsdiskussion wurde das Thema „“Creating a Shared Future through Education and Empowerment“ aufgegriffen, an der auch der kanadische Premierminister Justin Trudeau sowie die Nobelpreisträgerin, Kinderrechtsaktivistin und Mitbegründerin des Malala Fund Malala Yousafzai teilnahmen.

Der Grundstein

Diese Diskussionen haben mein Interesse geweckt, denn es besteht ein Zusammenhang mit dem, was wir in den letzten Jahren bei Deutsche Post DHL Group gemacht haben. Schließlich ist Bildung der wohl wichtigste Faktor in einer modernen Wirtschaft. Er ist, denke ich, der Grundstein, auf dem alles andere aufbaut. In der Tat bestätigt eine Studie, die wir bei DHL in Auftrag gegeben haben, die enorm wichtige Rolle, die Bildung für das wirtschaftliche Wachstum spielt.

Die Studie mit dem Titel „A Way Back to School study“ zeigt zum Beispiel, dass Asien jährlich fast 34 Milliarden US-Dollar an Bruttoinlandsprodukt (BIP) verlieren kann, weil Kinder die Schule abbrechen. Dies könnte einige Länder bis zu 2 Prozent ihres BIP kosten und sogar einige der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften Asiens daran hindern, ihr Potenzial voll auszuschöpfen.

In allen sieben untersuchten Ländern – Bangladesch, Indien, Indonesien, Malaysia, Malaysia, den Philippinen, Thailand und Vietnam – stieg die Zahl derjenigen Kinder, die keine Schule besuchen, mit zunehmendem Alter exponentiell an, wobei mindestens jedes dritte Kind die Schule noch vor der oberen Sekundarstufe abbricht.

Schnelles Wachstum allein ist keine Lösung

Der Hauptgrund dafür? Wirtschaftliche Notwendigkeit. Es ist traurig, aber Armut zwingt Kinder aus finanzschwachen Familien oft dazu, die Schule gegen ein zusätzliches Einkommen zu tauschen. Für diese Familien ist der Abbruch der Schule oft auch wegen der relativ hohen Kosten, die durch die schulische Ausbildung entstehen, notwendig. Das ist eine Tragödie, denn während jeder um die hohe Bedeutung der schulischen Bildung weiß, sind die persönlichen und wirtschaftlichen Kosten enorm. Und auch ein schnelles Wirtschaftswachstum wird das Problem nicht lösen.

Ein Beispiel dafür ist Indien. Obwohl die Wirtschaft um rund 7 Prozent wächst, verlassen über 28 Prozent der Kinder die Sekundarstufe. In Indonesien sieht es ähnlich aus. Obwohl sich die Armutsquote seit 1999 halbiert hat, hat das schnelle Wirtschaftswachstum nichts an der Tatsache geändert, dass jeder fünfte Schüler die Schule im Sekundarbereich abbricht.

Handlungsbedarf

Wenn sich die Dinge ändern sollen, müssen wir meines Erachtens gemeinsame Maßnahmen ergreifen, um die Quote der Kinder, die keine Schule besuchen, zu senken. Andernfalls befürchte ich, dass die vielversprechendsten Volkswirtschaften der Region bald mit einem erheblichen Mangel an Fachkräften konfrontiert sein werden, der ihr künftiges Wachstums verlangsamen wird.

Der Autor der Studie, Dr. Pumsaran Tongliemnak, Politikanalyst im Bildungsministerium von Thailand, bestätigt dies. „Die Geschichte“, sagt er, „hat bewiesen, dass Länder ihr Wirtschaftswachstum nur dann aufrechterhalten können, wenn in Bildung und Innovationen investiert wird. Länder, die das Problem der Schulabbrecher nicht angemessen angehen, werden entweder eine Obergrenze für ihr BIP-Wachstum erreichen oder eine größere Instabilität erfahren, da die Kluft zwischen Schulabbrechern und denjenigen, die in der Schule bleiben, immer größer wird“.

Dennoch geht es nicht nur darum, die Kinder in der Schule zu halten, damit sie nach dem Schulabschluss zu Wegbereitern wirtschaftlichen Wachstums werden können. Es geht auch um die Qualität der Bildung und darum, junge Menschen besser auf den Übergang von Schule in den Beruf vorzubereiten und ihnen zu helfen, soziale Kompetenzen zu erwerben – etwas, das im Rahmen der globalen Ziele nachhaltiger Entwicklung der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals) klar definiert wurde. Viele junge Menschen, die ihre Schullaufbahn abgeschlossen haben, haben tatsächlich Schwierigkeiten, den Übergang in die Arbeitswelt zu schaffen. Dies wirkt sich nicht nur auf den Einzelnen und seine Fähigkeit ein selbstbestimmtes Leben zu führen aus, sondern auch auf die Gesellschaft und die Wirtschaft.

Sich engagieren

Und genau hier setzt das GoTeach-Programm von DHL an. GoTeach ist in allen sieben Ländern tätig, die in der Studie untersucht wurden. Mit dem Programm will das globale Logistikunternehmen die Bildungs- und Berufschancen sozial benachteiligter junger Menschen verbessern. Dazu ist es Partnerschaften mit zwei international tätigen Organisationen eingegangen: dem Bildungsnetzwerk Teach For All und SOS-Kinderdorf.

Die Aktivitäten mit unseren Partnern konzentrieren sich auf die Bereiche Berufsorientierung, Vermittlung von Basiskompetenzen sowie erste Erfahrungen in der Arbeitswelt. Das Programm startete 2010 und umfasst mittlerweile rund 40 Länder weltweit. Unsere Mitarbeiter beispielsweise engagieren sich ehrenamtlich im Rahmen von Mentoring. Dadurch, dass die Mitarbeiter ihre eigenen beruflichen und persönlichen Erfahrungen mit den Jugendlichen teilen, können sie sie auf ihrem Weg in die Arbeitswelt inspirieren und motivieren.

Die Früchte der Arbeit ernten

Allein im Jahr 2017 kamen die Bildungsaktivitäten von GoTeach fast 11.000 Kindern in Bangladesch, Indien, Malaysia und auf den Philippinen zugute. Im Rahmen der Partnerschaft mit SOS-Kinderdorf verbrachten die DHL-Mitarbeiter mehr als 2.000 Stunden mit Mentoring, Training und Praktika für Jugendliche in Indonesien, Thailand und Vietnam.

Mit diesen Aktivitäten leistet DHL auch einen wichtigen Beitrag zur Agenda 2030 der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung und insbesondere zu Ziel Nr. 4 (hochwertige Bildung), Nr. 8 (menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum) und Nr. 17 (Partnerschaften für die Ziele).

Partnerschaften für die nächste Generation

Unsere jüngste Studie macht sehr deutlich, wie groß die Zahl der Kinder in Asien ist, die keine Schule besuchen, und wie hoch die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Kosten dabei sind. Wenn wir dieses Problem sinnvoll angehen wollen, kann und muss die Wirtschaft mehr Verantwortung übernehmen und dabei viel enger mit NGOs und Regierungen zusammenarbeiten. Dabei muss in Maßnahmen investiert werden, die die Eltern sensibilisieren und wirksame Angebote für Kinder und Jugendliche schaffen. Wir haben die Chance, aber auch die Verantwortung gegenüber der nächsten Generation – wir sollten sie gemeinsam ergreifen.

Download study „A Way Back to School“

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