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Die E-Mobilität ist in den Köpfen angekommen

Wenn Unternehmen das globale Klimaproblem gemeinsam beherzt angehen, dann ist eine emissionsfreie Zukunft nicht Utopie sondern realisierbar.

Der Klimawandel konfrontiert die Menschheit mit einem existentiellen Problem, dessen Dringlichkeit auch die letzte UN-Klimakonferenz (COP 23) in Bonn deutlich vor Augen geführt hat. Wenn es uns ernst ist mit dem Ziel, die globale Erderwärmung unter zwei Grad Celsius zu begrenzen, dann müssen wir unsere Anstrengungen erhöhen und mehr als bisher bereit sein, alte Wege zu verlassen und Neues auszuprobieren. Politik, Industrie und die breite Öffentlichkeit stehen gemeinsam vor der Frage, wie kommerzielle und private Mobilität von morgen aussehen kann, damit wir Wachstum und Schadstoffemission langfristig wirkungsvoll voneinander entkoppeln.

Emissionsfreie Mobilität heißt: Bestehendes optimieren und neue Chancen nutzen.

Ich bin kein Befürworter der Fokussierung auf einen einzigen Lösungsansatz, wenn es um die Lösung einer Aufgabe geht. Wirkungsvolle Veränderung erfordert systematisches Vorgehen. Das beginnt mit der Verständigung auf ein klares und ambitioniertes Ziel. Deutsche Post DHL Group hat sich ein solches Ziel gesetzt und sich bis 2050 selbst zu emissionsfreier Logistik verpflichtet.

Die Zeichen für Elektromobilität stehen auf Grün

Auch die Vereinten Nationen haben sich mit dem Übereinkommen von Paris auf ein klares Klimaschutzziel verständigt, zu dem es in vielen Ländern bereits konkrete Ausgestaltungen gibt. Die chinesische Regierung etwa verpflichtet Autohersteller von 2019 an zu einer Produktionsquote für Elektroautos. Die amtierende Bundesregierung hat vor einiger Zeit in Deutschland eine „Nationale Plattform Elektromobilität“ eingerichtet.

Die Zeichen für die Elektromobilität stehen also auf Grün. Innerhalb dieses politischen Rahmens gilt es nun auf Seiten der Automobil- und Logistikindustrie mit Innovations- und Umsetzungsstärke konkrete Lösungen für eine ressourcen- und klimaeffiziente Mobilität zu finden. 2017 war ein gutes Jahr für die Elektromobilität, aber für mich ist der Verbrennungsmotor gerade als Mittel für die individuelle Mobilität noch lange nicht tot. Die konventionellen Antriebe werden mittelfristig weiter Realität auf unseren Straßen sein, und wir sollten daher neue umweltschonendere Mobilitätskonzepte mit den klassischen Antrieben nicht verteufeln. Dennoch ist die Elektromobilität ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie Mobilität um neue Technologien ergänzt werden kann.

Die Elektromobilität ist eine Zukunftstechnologie mit viel Potenzial.

Sicherlich ist die Elektromobilität nicht der einzige Weg hin zu einer emissionsfreien Zukunft, aber sie ist ein vielversprechender Anfang. Nachdem die Zielsetzung klar ist, ist es im nächsten Schritt nun an den Gestaltern insbesondere innerstädtischer Mobilität, die bisherigen Geschäftsmodelle auf den Prüfstand zu stellen und zusammen mit Geschäftspartnern und Kunden neue Abhol-, Liefer- und kommunale Versorgungsmodelle auf den Weg zu bringen. Wer bereit ist, etablierte Prozesse grundlegend zu überdenken, der kann dabei auf transformative Lösungen stoßen, die zur Schaffung neuer Ansätze mit langfristigem Potenzial führen. Für mich kann die Elektromobilität gerade in der Logistikbranche aber auch darüber hinaus zu einem neuen Standard werden.

Bis dahin sind jedoch noch Hürden zu nehmen. Zukunftsfähige Mobilität muss ökologisch, wirtschaftlich sinnvoll und an den Bedürfnissen der Akteure ausgerichtet sein. Diese Bedingungen erfüllt die Elektromobilität bislang nur eingeschränkt. Auch wenn es für Lieferverkehre im innerstädtischen Kurzstreckenbereich schon sehr vielversprechende und alltagstaugliche E-Lösungen gibt, so sind der Nutzung für die breite Masse noch Grenzen gesetzt. Die Fahrzeugkosten sind in vielen Fällen noch zu hoch und die Speicherkapazität der Batterien für weite Strecken zu gering. Darüber hinaus fehlt es sowohl im kommerziellen wie im privaten Bereich an flächendeckender Ladeinfrastruktur.

Deutschland steht weltweit für Automobil- und Ingenieurskunst auf höchstem Niveau. Ich bin daher sehr zuversichtlich, dass wir die noch bestehenden Hürden überwinden können. Ich bin sogar der festen Überzeugung, dass Deutschland durchaus das Potenzial hat, eine Vorreiterrolle bei der Entwicklung und Umsetzung von Elektromobilität einzunehmen. Warum soll in Deutschland nicht funktionieren, was in Ländern wie Norwegen schon lange Alltag ist?

Zukünftige Mobilität heißt zwingend auch: Überflüssige Fahrten vermeiden.

Im vergangenen Jahr hat die Deutsche Post täglich rund 4,3 Millionen Pakete an deutsche Haushalte geliefert. Und das Paketvolumen wächst weiterhin signifikant. Mehr Güter dürfen nicht mehr Emissionen bedeuten. Das heißt konkret: Wir müssen die letzte Meile optimieren und Transporte, wo immer möglich, vermeiden.

Das geschieht schon heute über intelligente Routenplanung und neue Auslieferungsmodelle, Packstationen, private Paketkästen oder die Zustellung an Wunschadressen.

Ambitionierte Zielsetzungen sind nötig.

In der unternehmerischen Realität sind ehrgeizige Selbstverpflichtungen unvermeidlich. Nur mit einem hohen Anspruch kann es gelingen, Menschen zu neuen Ideen anzuregen und transformative Lösungen anzustoßen. Die Deutsche Post DHL Group ist auf einer Mission 2050. Bis zum Jahr 2050 wollen wir unsere logistikbedingten Emissionen auf null reduzieren. Auch wenn wir heute noch nicht alle Details auf dem Weg zum Ziel kennen, so bin ich doch fest davon überzeugt, dass wir das Ziel mit der intelligenten Nutzung neuer Technologien, mit neuen Konzepten für die erste und letzte Meile und mit der Kreativität unserer Mitarbeiter erreichen werden.

Für die Bewahrung unseres Planeten sind anspruchsvolle Zielsetzungen nötig. Andernfalls fehlt nicht nur der nötige Umsetzungsdruck, sondern vor allem der Mut zu wirklich innovativen Lösungen. Erst auf diese Weise leisten Unternehmen ihren eigentlichen Beitrag, die Transformation, die weltweit hin zu mehr Ressourceneffizienz unerlässlich ist, adäquat voranzutreiben. Wenn wir es richtig angehen, dann war 2017 gerade für die Elektromobilität ein gutes, impulsgebendes Jahr.

Elektromobilität bei Deutsche Post DHL Group

8 Kommentare

  • Markus Heppekausen
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    Sehr geehrter Herr Appel,
    gibt es eigentlich ein end of life management für die Streetscotter oder eine Idee große Teile des Streetscooters wieder zu verwenden? Mir fehlt ein bisschen der Circular Economy Gedanke. Sie haben mit Streetscooter ein tolles Produkt, was den Weg in die Zukunft weist aber hier lässt sich die Lücke aktuell nicht schließen.

  • Klaus van Wahnen
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    Die letzte Meile kann besser von externen Dienstleistern vor Ort erledigt werden. Das Paketvolumen wächst rasant. Schon heute verstopfen die Paketdienstleister die Straßen der Innenstädte. Da ist es naheliegend die letzte Meile mit elektrischen Lastenfahrrädern zu absolvieren. Es können so pro Tag bis zu 200 kleinere Pakete von einem Zusteller ausgeliefert werden.
    Überlassen sie die „letzte Meile“ externen Dienstleistern, die vor Ort die beste Lösung finden können. Konzentrieren sie sich auf ihre Stärken als nationales und globales Logistik Unternehmen.

  • Damian Tonti-Filippini
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    Dear Frank
    Are you aware if DHL are in a position to sell their ev vans in Australia and if they are incorporating capacitors for the power reserve 1,500 km between charging and quick charging?
    Manage a number of shopping complexes and there is an interest in installing ev charging points by various owners.
    I understand that if these vehicles are available then the charging points to be installed could jump forward to quick charging vehicles with 1.500 to 3.500 km range rather than small installations and up grading in five years time.
    Cheers
    Damian

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