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Das Unvernetzte vernetzen – das Internet der Dinge in der Logistik

Rund 15 Milliarden Geräte sind heute mit dem Internet verbunden. In gerade einmal fünf Jahren sollen es schon 50 Milliarden sein. Für viele von uns sind das Internet und der rasante technische Fortschritt heute etwas Alltägliches. Da mögen diese Zahlen nicht besonders aufregend erscheinen. Sie sind es aber. Wir stehen am Beginn einer neuen Ära – der Ära des Internets der Dinge (Internet of Things , IoT). Diese wird unser Leben verändern und die Welt der Logistik revolutionieren.

Smart Living

Aber was ist das Internet der Dinge überhaupt? Einfach ausgedrückt: ein Netzwerk von Objekten, das nicht nur Computer miteinander verbindet, sondern zunehmend auch „Dinge“, die keine Computer im klassischen Sinne sind und viele andere Zwecke erfüllen.
Im Haushalt gehören dazu beispielsweise Beleuchtung, Haushaltsgeräte, Klimaanlagen oder Unterhaltungselektronik. In der Logistik können das Paletten, Lastwagen oder sogar Straßenlampen sein. Die Liste lässt sich endlos fortsetzen. Alle diese Objekte können potenziell riesige Mengen von Informationen bereitstellen. Die Vernetzung dieser bislang nicht vernetzten Objekte ermöglicht nutzerfreundlichere Lösungen, Zugang zu neuem Wissen und Effizienzsteigerungen für Unternehmen.

Eine vernetzte Palette zum Beispiel kann ihren Besitzer darüber informieren, wo und in welchem Zustand sich seine Sendung befindet. Ein vernetzter, „intelligenter“ Lastwagen kann den eigenen Wartungsbedarf melden. Eine vernetzte Straßenlampe kann erkennen, ob sich Autos in der Nähe befinden, und Autofahrern wichtige Umweltinformationen übermitteln.

Erst der Anfang

Wir befinden uns noch ganz am Anfang der IoT-Revolution. Von den rund 1,5 Billionen Gegenständen auf der Erde, die von einer IP-Adresse profitieren könnten, sind bislang erst 1 Prozent mit dem Internet verbunden. Der typische westliche Verbraucher ist von Dutzenden von Objekten umgeben, die sich vernetzen ließen – Computer, Unterhaltungselektronik, Kommunikationsgeräte, Haushaltsgeräte, Bekleidung, Wearables, Fahrzeuge und noch viel mehr. Wenn die Zahl der mit dem Internet verbundenen Geräte im Jahr 2020 die 50-Milliarden-Marke erreicht, werden wohl nur noch 17 Prozent dieser Geräte Computer (PCs, Tablets und Smartphones) sein. Das Internet der Dinge macht den Rest aus.

„Das Internet der Dinge wird die Entscheidungsprozesse revolutionieren – so viel wissen wir“, sagt Edzard Overbeek, Senior Vice President, Cisco Services. „Indem wir zuvor nicht vernetzte Dinge miteinander vernetzen, eröffnen wir Unternehmen ein unglaubliches Potenzial, mit Hilfe digitaler Informationen schnellere und bessere Entscheidungen zu treffen. Die Folge: dramatische Zeiteinsparungen, äußerst dynamische Abläufe, adaptive Kundenerfahrungen und – durch das Ökosystem von Mensch und Technologie – enormes Potenzial für Leistungssteigerungen.“

Vorteile für die gesamte Wertschöpfungskette

Das Internet der Dinge stellt Logistikanbietern und ihren Geschäfts- und Endkunden weitreichende Vorteile in Aussicht.

Das Internet der Dinge wird die Logistik revolutionieren

Diese betreffen die gesamte Wertschöpfungskette der Logistik einschließlich des Lagerbetriebs, des Warentransports und der Zustellung auf der „letzten Meile“.

Außerdem wirken sie sich auf Bereiche wie die operative Effizienz, die Sicherheit, die Kundenerfahrung und neue Geschäftsmodelle aus. Das Internet der Dinge ermöglicht es uns, spannende neue Ansätze zur Beantwortung schwieriger operativer und geschäftlicher Fragen zu entwickeln, zum Beispiel:

  • Echtzeit-Überwachung von Maschinen, Fahrzeugen, Paketen etc. entlang der Wertschöpfungskette
  • Messung der Leistung dieser Aktiva und Anpassung ihres derzeitigen (und künftigen) Verhaltens
  • Automatisierung von Geschäftsabläufen zur Vermeidung manueller Eingriffe, zur Verbesserung der Qualität und Planbarkeit und zur Senkung der Kosten
  • Optimierung des Zusammenspiels von Menschen, Systemen und Vermögenswerten und Koordinierung ihrer Aktivitäten
  • Nutzung der Datenanalyse entlang der gesamten Wertschöpfungskette, um weiterreichende Verbesserungsmöglichkeiten und Best-Practice-Ansätze zu identifizieren

Im Grunde genommen geht es beim Internet der Dinge in der Welt der Logistik um das „Sensing“ und „Sensemaking“. Beim „Sensing“, der Informationserfassung, geht es um die Überwachung unterschiedlicher Bestandteile innerhalb einer Wertschöpfungskette durch unterschiedliche Technologien und Mittel. Das „Sensemaking“, die Informationsauswertung, bezieht sich auf die Nutzung der so erzeugten riesigen Datensätze, um neue Erkenntnisse zu gewinnen und neue Lösungen zu entwickeln.

Das Internet der Dinge wird die Logistik revolutionieren und echten Mehrwert bedeuten. Cisco schätzt die positiven Impulse des Internets der Dinge für die Supply-Chain- und Logistikbranche auf 1,9 Billionen US-Dollar.

Der richtige Zeitpunkt ist da

Aber ist dies der richtige Zeitpunkt, um das Internet der Dinge für die Logistik zu nutzen? Ich denke, ja. Die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Einsatz des IoT in der Logistikindustrie sind gegeben. Auf der Angebotsseite sorgt der technologische Fortschritt für starke Impulse – durch die zunehmende Verbreitung des Mobile Computing, die Vermischung beruflicher und privater IT-Nutzung, 5G-Netze und Big-Data-Analytik. Auf der Nachfrageseite fordern die Verbraucher zunehmend Lösungen auf IoT-Basis. Zusammengenommen beschleunigt dies den Einsatz von IoT-Anwendungen in der Logistik. Mehr über die Auswirkungen des Internets der Dinge auf die Logistik erfahren Sie im neuesten DHL Trend-Report Internet of Things in Logistics, einem Gemeinschaftsprojekt von DHL Trend Research und Cisco. Die Studie beleuchtet einige der vielen Innovationen, die das Internet der Dinge mit sich bringt sowie ihre Anwendung in der Logistikindustrie.

Ich bin überzeugt, dass das Internet der Dinge die Geschäftsprozesse entlang der gesamten Wertschöpfungskette und vor allem die Kundenerfahrung revolutionieren kann. Wir befinden uns erst ganz am Anfang einer spannenden Innovationsreise für die Logistikindustrie – einer Reise, deren Ziel eine noch besser vernetzte Welt ist.

Deutsche Post DHL Group treibt ihr weltweites Wachstum durch zukunftsweisenden Innovationsansatz

2 Kommentare

  • Walter Bühring
    Mehr anzeigen

    Herrn
    Dr. Markus Kückelhaus
    DHL Trendforschungs-Team

    Sehr geehrter Herr Dr. Kückelhaus,
    mit Interesse habe ich die beiden Studien ‘Logistics Trend Radar’ und ‘Logistik 2050? gelesen. Dabei fiel mir auf, daß sich eingentlich nur der Beitrag von Prof. A. McKinnon ‘Ansätze für eine „Dekarbonisierung“ der Logistik’ ausführlicher mit dem eigentlichen Problemen des Landtransportes der Güter und im Beitrag im wesentlichen nur mit der CO2-Reduktion beschäftigt.
    Wer sich intensiv mit der Verteilung der Güter beschäftigt, müßte sich doch eigentlich auch mit Alternativen zu dem jetzigen Transportsystem mittels LKW (nicht nur in der örtlichen Verteilung) widmen.
    Das heutige und sicher schnell zunehmende Staugeschehen auf den deutschen Autobahnen führt das ‘Just in Time’ schon heute in Schwierigkeiten. Hinzu kommen die schnell wachsenden TEU-Zahlen bei der Container-Schifffahrt oder die Infrastrukturprobleme der Autobahnen (Brücke Leverkusen, Wiesbaden, Baustellen soweit das Auge reicht). Nicht zu sprechen von den an Wochenende stillgelegten LkW auf den Autobahnrastplätzen.
    Müßte sich nicht ihr Logistikunternehmen langfristig für eine containeresierte, automatisierte, eigenständige Transportverbindung zwischen den Logistikzentren stark machen? Da die Logistikzentren sich wie Perlen an den Autobahnen aufreihen, würde sich z.B. eine Technik, wie die in Deutschland erfundene und leider dann aufgegebene Transrapidtechnik anbieten. (heutige erfolgreiche Entwickler: Japan, China)
    Leider wurden die geplanten Transrapidlösungen für den Personentransport Hamburg-Berlin und Flughafen München aus politischen und nicht aus Kostengründen (keine Anbindung an den Hauptbahnhof in HH, überbordende Umwelt-Forderungen wie z.B. Vertunnelung in München) aufgegeben. Das Beispiel der (gewundenen) ICE-Strecke längs der Autobahn Köln-Frankfurt gibt die Hoffnung, daß eine aufgeständerte Transrapidlösung (go-green) für den Gütertransport und die Reduzierung des LKW-Verkehrs politisch durchsetzbar wäre. Die geforderte und dadurch mögliche Reduzierung der CO2-Belastung wäre gegeben.
    Wenn es sie nicht schon lange gibt, sehe ich einer Studie aus Ihrem Hause zu diesem Thema mit großen Interesse entgegen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Walter Bühring
    (Mitglied in einem Kreis zur Förderung des Transrapid)

    Dr.-Ing. Walter Bühring
    Im Wingert 10
    53340 Meckenheim
    w.buehring@t-online.de

    • Markus Kückelhaus
      Mehr anzeigen

      Sehr geehrter Herr Dr. Bühring,

      DHL ist grundsätzlich bestrebt, CO2-einsparende Transportvarianten zu wählen und Verkehrsaufkommen innerhalb verschiedener Modalitäten von der Straße auf die Schiene zu bringen. Ein gutes Beispiel hierfür ist der Schienentransport von China nach Europa. Hierzu nutzen wir bestehende Infrastruktur und verknüpfen diese bestmöglich miteinander. Die Schaffung eigener Infrastruktur – wie sie für eine Transrapidstrecke notwendig wäre – würde jedoch unsere eigenen Möglichkeiten übersteigen und wäre daher eine gesamtgesellschaftliche Aufgabenstellung, die zudem die notwendigen politischen Rahmenbedingungen erfordern würde.

      Mit freundlichen Grüßen
      Dr. Markus Kückelhaus

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