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Bei der Katastrophenhilfe ist eine effektive Zusammenarbeit entscheidend

Wie wir die logistischen Herausforderungen des Katastrophenmanagements durch Bündelung der Stärken mehrerer Partner besser bewältigen können

Den Herausforderungen unserer vernetzten Welt können wir zunehmend nur noch durch Zusammenarbeit und neue Ansätze begegnen, die die Fähigkeiten verschiedener Partner bündeln. Nach den verheerenden Naturkatastrophen der vergangenen Jahrzehnte hat die internationale Gemeinschaft gezielt Ressourcen für das Katastrophenmanagement auf- und ausgebaut. Ziel ist die Einrichtung eines weltweiten Systems für Katastrophenschutz, Katastrophenhilfe und Hilfe beim Wiederaufbau. Um dieses Ziel zu erreichen, arbeiten die Vereinten Nationen (UN) mit Regierungen, NGOs und dem privaten Sektor zusammen.

Im Nachgang einer Naturkatastrophe sind die Opfer oft auf die Nothilfe angewiesen. Umso wichtiger ist es, dass diese sie so schnell wie möglich erreicht. Unsere Erfahrung zeigt, dass die zügige Weiterleitung von Hilfsgütern im Wesentlichen eine logistische Herausforderung darstellt – die zu einer kritischen Herausforderung wird, wenn wichtige Zugangsstraßen nicht mehr befahrbar sind, wie es vor wenigen Wochen der Fall war, als Zyklon Idai in Mosambik massive Verwüstung anrichtete. Zu einer großen Herausforderung wird die Nothilfelogistik auch, wenn viele verschiedene Helferteams mit unterschiedlich ausgeprägter Expertise koordiniert werden müssen.

Stärken bündeln

Die internationale Gemeinschaft hat inzwischen viel Erfahrung darin, unmittelbar nach einer Naturkatastrophe Zelte oder Sanitätsartikel zu mobilisieren. Aber wenn ein voll beladenes Flugzeug nach dem anderen eintrifft, sind die Flughäfen vor Ort durch den massiven Zustrom von Hilfsgütern häufig schnell überfordert.

Ohne logistische Unterstützung kommt es zu Engpässen und die Versorgungskette gerät ins Stocken. Wenn sich die Hilfsgüter auf dem Rollfeld stapeln, können keine Flugzeuge mehr landen. Aufgrund fehlender Koordination können die bereits eingetroffenen Hilfsgüter zudem häufig nicht an die Betroffenen weitergeleitet werden.

Diesen Herausforderungen begegnen wir mit unserem GoHelp-Programm, einer strategischen Partnerschaft mit den Vereinten Nationen, die die Stärken beider Organisationen im Katastrophenmanagement bündelt. Das Ergebnis ist ein zielgerichtetes Katastrophenschutz- und Katastrophenmanagementsystem. Mit unserer Erfahrung und globalen Präsenz als weltweit führender Logistikanbieter können wir die Katastrophenhilfelogistik sowohl vor als auch nach einer plötzlichen Naturkatastrophe unterstützen.

Ein Bestandteil unseres GoHelp-Programms ist unser weltweites Netzwerk von drei Disaster Response Teams (DRTs), die unentgeltlich und in Zusammenarbeit mit dem UN-Büro für die Koordination Humanitärer Angelegenheiten (OCHA) tätig sind. Unsere DRTs decken aus Singapur, Panama und Dubai heraus die Regionen Asien-Pazifik, Amerika und Karibik sowie den Nahen Osten und Afrika ab. Insgesamt haben wir rund 500 speziell geschulte freiwillige Helfer, die jederzeit einsatzbereit sind.

Schnell vor Ort

Neben den Zerstörungen an sich kann ein chaosanfälliges Krisenmanagement nach einer Naturkatastrophe die Verantwortlichen vor Ort vor große Herausforderungen stellen. Während die Such- und Rettungsmaßnahmen im direkten Nachgang der Katastrophe noch andauern, versuchen medizinische und andere Nothilfeteams, in die betroffenen Gebiete zu gelangen.

Beispielsweise fanden wir bei unserer Ankunft in Palu nach dem Erdbeben und Tsunami, der die indonesische Insel Sulawesi im September 2018 verwüstete, einen schwer beeinträchtigten Flughafen vor. Es fehlte technisches Gerät, es gab keinen Strom und kein Mobilfunknetz sowie nur begrenzt fließendes Wasser. Ohne jeglichen Schutz vor den Elementen stapelten sich Hilfslieferungen auf der Start- und Landebahn. In einem echten Wettlauf gegen die Zeit mussten das Vorfeld freigeräumt und die nötigen Geräte besorgt werden, um die Hilfsgüter abzutransportieren und sicher zu lagern.

Das ist die besondere Stärke unserer DRTs, die ständig in Bereitschaft sind und auf Abruf der Vereinten Nationen innerhalb von 72 Stunden an jedem Flughafen der Welt aktiv werden können.

Im Schnitt sind unsere Teams zwei bis drei Wochen vor Ort. In dieser Zeit betreuen sie die Abwicklung der ersten Welle von Hilfslieferungen, bis diese soweit abgeebbt sind, dass die Flughafenbehörden und ihre Partner vor Ort diese wieder ohne externe Hilfe bewältigen können.

Gemeinsame Anstrengung

Im Allgemeinen werden unsere Teams an dem Flughafen eingesetzt, der dem betroffenen Gebiet am nächsten ist, und arbeiten mit den Behörden vor Ort sowie lokalen und internationalen Organisationen zusammen. Normalerweise ist es unsere Aufgabe, die mit dem Flugzeug eintreffenden Hilfsgüter abzufertigen und zu verhindern, dass es zu Engpässen kommt. Über ein extra dafür eingerichtetes, effizientes Distributionszentrum am Flughafen organisieren wir die Abwicklung und Weiterleitung der eintreffenden Hilfslieferungen vom Flugzeug zu den Lieferfahrzeugen. Die Hilfsgüter werden von Flugzeugpaletten auf standardisierte Holzpaletten umgeladen, sortiert und erfasst und dann auf die Transportfahrzeuge geladen.

Manchmal agieren wir auch als „Kontrollturm“ – als zentrale Stelle für die Koordination der an den Nothilfemaßnahmen beteiligten Partner. So war es auch in Indonesien, wo wir tägliche Briefings mit NGOs, den Vereinten Nationen, dem Welternährungsprogramm und Vertretern der Streitkräfte hielten, um die verfügbaren Hilfsgüter und zurückgebrachten Paletten dem richtigen Flugzeug zuzuordnen und die entsprechenden Flugpläne mit den Flughafenbehörden abzustimmen.

Seit Einführung des Programms im Jahr 2005 haben unsere DRTs bereits mehr als 40 Einsätze in über 20 Ländern durchgeführt, zum Beispiel nach den Zyklonen in Fidschi und Myanmar, den Erdbeben in Nepal und Peru, den Überschwemmungen in Panama und Guatemala, den Wirbelstürmen in Puerto Rico sowie zuletzt dem Zyklon in Mosambik, unserem ersten Einsatz in Afrika.

Um die Katastrophenvorsorge zu stärken, leiten wir zudem das GARD-Programm (Get Airports Ready for Disaster) der Vereinten Nationen, das Flughafenbetreibern und Behörden hilft, die eintreffenden Hilfslieferungen nach einer Naturkatastrophe besser zu steuern. Zusammen mit dem Flughafenpersonal führt das GARD-Team von DHL Trainings an Flughäfen in aller Welt durch, bewertet die Flughafenkapazitäten und die logistische Infrastruktur vor Ort – die allesamt entscheidend sind für eine bessere Vorbereitung der lokalen Behörden und Flughäfen auf unerwartete Krisensituationen.

Zum Glück schließen sich immer mehr Unternehmen den Vereinten Nationen an, um gemeinsam einige der drängendsten Herausforderungen unserer Welt zu lösen. Unser GoHelp-Programm zeigt, wie die Wirtschaft ihre Expertise nutzen kann, um der internationalen Gemeinschaft zu helfen, bestimmte Herausforderungen anzugehen. Durch die Bündelung eines breiten Spektrums von Wissen, Fähigkeiten und Erfahrung können diese öffentlich-privaten Partnerschaften einen bedeutenden Beitrag dazu leisten, überall auf der Welt Leben zu verbessern.

1 Kommentar

  • Atibioke Gbenga Isaac

    Amazing and impressive, in this world, that seems nothing is working again.
    Thank you, DHL for this amazing helping hands

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