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Können Roboterträume wahr werden?

Haben Sie schon einmal Kinder beim Spielen beobachtet? Sie werden sehen, dass manche Jungen von Feuerwehrautos begeistert sind, andere lieben Traktoren und wieder andere würden alles tun, um ein Flugzeug zu fliegen. Als kleiner Junge fand ich alle diese Dinge interessant, eine Sache lag mir jedoch besonders am Herzen: Roboter. Diese Vorliebe hielt sich bis ins College, und so studierte ich Maschinenbau, damit ich lernen konnte, neue Arten von Robotern und automatisierten Maschinen zu entwickeln und zu bauen.

Während der vergangenen achtzehn Jahre war ich als Berater tätig. Ich berate Kunden zur Konzeption von Lieferketten und Lagern. Ich unterstütze sie bei der Entscheidung, ob sie Abläufe automatisieren sollen oder nicht. Und auch heute noch begeistern mich die Möglichkeiten, die die Robotertechnik bietet.

In Distributionszentren auf der ganzen Welt werden heute Robotertechnologien eingesetzt: automatisierte Ein- und Auslagersysteme (Automated Storage and Retrieval Systems, AS/RS), fahrerlose Transportfahrzeuge (Automated Guided Vehicles, AGV), Shuttle-Systeme, Transferwagen, Palettierer, um nur einige zu nennen. Diese Technologien sind ausgereift und gut bekannt.

Manchmal sind automatisierte Systeme genau die richtige Lösung, für viele Betriebe sind sie jedoch zu teuer und zu unflexibel. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass 80 Prozent der Lager immer noch manuell und ohne Automatisierung betrieben werden. Hier brauchen wir eine neue Art Roboter, die unserem modernen Distributionsbedarf besser gerecht wird. Der Logistikroboter unserer Träume sollte kostengünstig sein, für mehrere Zwecke und an mehreren Orten genutzt werden können, für Menschen sicher sein und in der Lage sein, neue Funktionen zu lernen.  Die gute Nachricht ist, dass unsere Träume in vieler Hinsicht bald wahr werden könnten.

Roboter der nächsten Generation

Neue Ideen, kostengünstige Sensoren und schnellere Computer werden in Forschungszentren weltweit mit innovativer Robotertechnik kombiniert. Bahnbrechende Entwicklungen von Universitäten und Startup-Unternehmen verleihen Prototypen die Fähigkeit, neue Logistik-Tätigkeiten zu übernehmen. Ein Unternehmen arbeitet an einem Roboter, der sich wie ein Mensch zwischen Lagerregalen bewegt und Waren kommissioniert. Ein anderes entwickelt robotisierte Gabelstapler, die LKWs automatisch be- und entladen. Wieder andere experimentieren mit Exoskeletten, um Mitarbeitern auch in späteren Lebensjahren ein produktives und sicheres Arbeiten zu ermöglichen.

Die meisten dieser Systeme sind für eine volle Kommerzialisierung noch nicht ausgereift genug, aber der Bereich entwickelt sich schnell, und das Potenzial für wirklichen Fortschritt ist größer denn je.

Wer nicht investiert, verliert

Es versteht sich von selbst, dass Unternehmen, die jetzt in die Entwicklung zukunftsweisender Robotertechnologien investieren, in der Zukunft einen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Unternehmen haben, die das nicht tun. Die sich rasch wandelnde Logistikbranche wird nicht weniger komplex als sie bereits ist, und hochqualifizierte Arbeitskräfte werden weiterhin schwer zu finden sein. Unternehmen wie Amazon verstehen das. 2012 kaufte Amazon Kiva Systems, ein Startup-Unternehmen für Robotertechnik, für 775 Millionen US-Dollar. Dieses hat bislang 30.000 Roboter in mehreren Distributionszentren installiert.

Wenn die Logistikroboter in Zukunft noch mehr können und breiter eingesetzt werden, müssen vielleicht auch kleinere Unternehmen in diese Technologie investieren, um auf dem Markt wettbewerbsfähig zu bleiben.

Arbeiten rund um die Uhr

Neue Geschäftsmodelle des eCommerce zwingen Unternehmen, ihren Kunden höhere Qualität und schnelleren Service anzubieten. Die Distributionszentren von morgen müssen rund um die Uhr funktionieren, um die Kundenanforderungen hinsichtlich Geschwindigkeit und Effizienz zu erfüllen. Robotisierte Lager und Paketzentren erreichen in jeder Schicht stets die gleiche Produktivität und unterstützen so diese Anforderungen. Mit der neuen Lieferkette können jeden Tag noch mehr Sendungen an Endkunden ausgeliefert werden. Werden Anlagen rund um die Uhr voll eingesetzt, sorgen die Größenvorteile für niedrigere Logistikkosten. Die Zentren können mehrmals am Tag ausliefern, und die Kunden profitieren von einem schnelleren Service.

Von Exoskeletten und Baxter

In der Vergangenheit wurde schon viel über die vierte industrielle Revolution gesagt, die uns jetzt bevorsteht. Klaus Schwab, Gründer und Präsident des Weltwirtschaftsforums, sagt, dass wir kurz vor einer technologischen Revolution stehen, die unsere Lebens- und Arbeitsweise und zwischenmenschlichen Beziehungen grundlegend verändern wird. Von Exoskeletten für Menschen, über die Hauszustellung bis hin zu Kommissionier-Robotern und potenziellen Co-Packern, wie Baxter oder Sawyer: Die neuen Technologien entwickeln sich schnell und bieten vielversprechende Zukunftsperspektiven für die Logistikbranche.

Im Zuge der Weiterentwicklung der Robotertechnologien und deren allmählichem Einsatz in der Lieferkette, werden herkömmliche Lagerarbeiter hochwertigere Aufgaben mit mehr Verantwortung übernehmen. Sie werden den Betrieb steuern, Abläufe koordinieren, Roboter reparieren und Ausnahmen oder schwierige Aufträge bearbeiten.

Talent ist immer gefragt

Ich bin optimistisch, dass Menschen und Roboter ausgewogen nebeneinander arbeiten und sich gegenseitig unterstützen werden. Roboter sind wichtige Tools, die alle klugen Logistikteams in ihre Prozesse integrieren wollen, wenn die Zeit reif und die Technologie bereit ist. Letztendlich ist eine Lieferkette nur so gut wie die Menschen, die in ihr arbeiten. Der Bedarf an talentierten und motivierten Mitarbeitern wird nicht abnehmen. Im Gegenteil, er wird sogar noch zunehmen, wenn wir uns weiterentwickeln und die Lieferketten der Zukunft verbessern.

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