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Augmented Reality – Entschleierung des Hightech-Hypes

Augmented Reality (AR) bedeutet so viel wie „erweiterte Realität“ und ist eine sich rasant entwickelnde Technologie. Es geht darum, die physische und digitale Welt miteinander zu verschmelzen. Denn mit AR kann praktisch jeder Gegenstand, den wir sehen, nahtlos mit virtuellen, digitalen und Online-Inhalten verknüpft werden. Somit ist AR eine neue natürliche Echtzeit-Schnittstelle, über die Anwender mit der Welt um sie herum interagieren können.

Machen wir es an einem Beispiel konkret: Die „intelligente“, vernetzte Brille, die Sie tragen, führt Ihnen Schritt für Schritt vor Augen, wie ein platter Reifen zu reparieren ist. Die gleiche Brille zeigt Ihnen im Ladengeschäft alle relevanten Online-Bewertungen für jenes Produkt, das Sie gerade im Blick haben. Eine wirklich spannende Technologie.

Alles nur Science-Fiction, finden Sie? Tatsächlich fasziniert diese Entwicklung zurzeit viele Menschen – nicht nur bei Startups und Großkonzernen, sondern auch in der breiten Öffentlichkeit. Die weltweite Medienresonanz zum Thema Augmented Reality hat in den letzten Jahren enorm zugenommen. Und auf YouTube zeigt ein Video nach dem anderen, was Augmented Reality in Zukunft bieten könnte.

 

Nur ein weiterer Hightech-Hype?

Ich bin überzeugt: Augmented Reality (AR) ist mehr als nur ein kurzfristiger Tech-Hype. AR ist einer der spannendsten technologischen Trends, die wir bei DHL Trend Research zurzeit beobachten. Diese Technologie hat das Potenzial, nicht nur die Art und Weise wie wir einkaufen nachhaltig zu verändern, sondern auch, wie die betrieblichen Abläufe in vielen Branchen gestaltet werden.

Mehr und mehr Unternehmen in zahlreichen Industriezweigen sind bereits dabei, Augmented Reality in ihre tägliche Arbeit und in ihre Produkte zu integrieren – Airbus, BMW, Canon, IKEA, um nur einige zu nennen. Gemeinsam mit dem führenden AR-Anbieter Metaio hat Volkswagen MARTA entwickelt. MARTA steht für Mobile Augmented Reality Technical Assistance und ist ein virtueller Assistent, der den VW-Technikern Schritt-für-Schritt-Reparaturanweisungen auf einem Tablet anzeigt. Das System veranschaulicht nicht nur unmittelbar die nächsten Arbeitsschritte, sondern zeigt zudem echte und virtuelle Bauteile in ihrem dreidimensionalen Bezug zueinander.

 

In der Medizin werden AR-Anwendungen entwickelt und eingesetzt, um Chirurgen durch Operationen zu führen und lebenswichtige Informationen auf speziellen Sichtgeräten (Head Mounted Displays) anzuzeigen, die den Ärzten freihändiges Arbeiten ermöglichen. Das ist effizienter und könnte Leben retten.

Allerdings hat die Technologie noch einen weiten Weg vor sich. Auch auf der Hardware-Seite muss sich noch einiges tun. Die Prozessor-Geschwindigkeit und die Batteriekapazität in tragbaren AR-Geräten reichen derzeit noch nicht aus. Umso erfreulicher ist es, dass die Konzerne mehr und mehr in Augmented Reality investieren. Seit der Einführung von Google Glass haben wir feststellen können, dass immer mehr AR-Hardware-Geräte auf den Markt kommen. Wenn wir uns anschauen, wie schnell Smartphones und Tablets erfolgreich in den Markt gekommen sind, wird auch AR als spannende Zukunftstechnologie rasch wachsen.

Das Forschungsgebiet „Augmented Reality“ bei DHL

Das Trend Research Team von DHL analysiert mithilfe des Logistics Trend Radars die Auswirkungen bestimmter Trends wie Big Data, 3D-Drucker und kostengünstige Sensortechnologie auf die Logistikbranche. In diesem Jahr haben wir uns für Augmented Reality als Schwerpunktthema entschieden. AR wollen wir genauer erforschen. Gemeinsam mit unseren Kunden und Partnern aus der Industrie haben wir elf potenzielle Anwendungsfelder entlang der Lieferkette identifiziert. Etwa den Einsatz von Augmented Reality in der Lagerplanung und für die Navigation auf der letzten Zustellmeile. Diese Ergebnisse haben wir zusammen mit branchenspezifischen Best-Practice-Lösungen in unserem neuesten Bericht „Augmented Reality in Logistics“ zusammengefasst.

Pick-by-Vision, also die Kommissionierung mit visueller Unterstützung, zählt auf jeden Fall zu den Einsatzfeldern im Lager, von denen die Logistikbranche profitieren wird. Heute werden Bestellungen größtenteils papiergestützt in einem Pick-by-Paper-Verfahren kommissioniert, das oft höhere Fehlerraten und längere Kommissionierzeiten nach sich zieht. Mithilfe von Head Mounted Displays oder „intelligenten“ Brillen, die mit AR ausgestattet sind, werden den Lagermitarbeitern Navigationsdaten im Blickfeld angezeigt. Damit können sie das richtige Regal schneller finden und die Ware gleich scannen.

So bleiben die Hände der Kommissionierer frei, um sich voll und ganz auf die Ware konzentrieren zu können. Das bringt deutliche Zeitvorteile. Es ist unschwer zu erkennen, welche Vorteile AR bei neuen oder Saison-Mitarbeitern bietet, die sich im Lager noch nicht auskennen, Unternehmen wie Knapp, Ubimax und SAP erproben diese Lösung bereits in Feldversuchen. Ich denke, die Early Adopter in der Logistik werden diese Technologie schon bald einsetzen.

Einen weiteren potenziellen Einsatzbereich von Augmented Reality sehen wir in der „letzten Meile“, also bei der Zustellung. Wenn ein Zusteller am Zielort angekommen ist, braucht es Zeit, bis er das richtige Paket im Zustellfahrzeug gefunden hat. Mithilfe einer tragbaren AR-Technologie, ähnlich der Warehouse-Lösung, werden Kuriere die Pakete im Fahrzeug optimal nach spezifischen Tourenanforderungen beladen können. Das System wird ihnen beim Beladen sagen, wo ein Paket optimal abzulegen und wo das richtige Paket bei der Zustellung vor Ort zu finden ist. Das ist ein Höchstmaß an Effizienz.

Auch bei der Unterstützung des Kundenservice könnte Augmented Reality eine Rolle spielen. DHL hat mit dem Paketassistenten eine Augmented-Reality-Anwendung entwickelt, mit der Kunden die richtige Paketgröße für ihre Sendung schnell und einfach finden können. Mithilfe einer QR-Markierung und einer PC-Kamera zeigt ihnen der Paketassistent unterschiedliche Paketgrößen an. Und zur Überprüfung der Größe kann die Sendung sogar virtuell in das Paket gelegt werden.

Wohin geht die Reise?

Wie so oft bei neuen und aufkommenden Technologien ist es recht schwierig zu sagen, ob, und wenn ja, wie schnell AR sich durchsetzen wird. Die zuvor genannten Beispiele und Einsatzfelder zeigen allerdings, dass Augmented Reality in der Logistik eine Menge zu bieten hat. Wir wissen, dass diese Technologie in allen Bereichen der Lieferkette eine entscheidende Rolle spielen kann – von der Steigerung der Lagereffizienz bis hin zur Verbesserung der Kundenzufriedenheit, ganz zu schweigen von der Unterstützung der Mitarbeiter, die im Mittelpunkt unserer Unternehmensleistung stehen.

DHL wird diese spannende Reise in die erweiterte Realität fortsetzen und hofft, dass sich weitere Logistikanbieter und Unternehmen anschließen werden. Lassen Sie uns gemeinsam die AR-Revolution vorantreiben!

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