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Mehr Wohlstand durch globale Vernetzung

Es ist noch nicht lange her, da hielten viele Menschen die Globalisierung für unumkehrbar. Doch die Hinweise mehren sich, dass die Globalisierung sich verlangsamt und Gefahr läuft, zum Stillstand zu kommen.

Seit 1970 stieg die jährliche Zahl der Flugpassagiere von etwa 300 Millionen auf heute deutlich über 3 Milliarden an. Und die Zahl der Internetnutzer nahm weltweit von 400 Millionen im Jahr 2000 auf 3,2 Milliarden (2015) zu. Die rasant wachsende Vernetzung der Welt durch Flugverkehr, Containerschifffahrt, das Internet und vieles mehr bot Menschen, Gütern und Informationen eine nie zuvor gekannte Bewegungsfreiheit. Ihren vielleicht prägnantesten Ausdruck fand dieses neue Gefühl von Grenzenlosigkeit in dem geflügelten Wort „Die Welt ist flach“.

Doch schon als der Autor Thomas Friedman 2005 sein gleichnamiges Buch veröffentlichte, waren Zweifel an der These von der abgeschlossenen Globalisierung angebracht. Zwar ist die Welt ohne Zweifel durchlässiger geworden. Doch damals wie heute gilt: Das Handeln von Menschen und Unternehmen wird weiterhin wesentlich von Grenzen, Entfernungen und der eigenen geografischen Einbettung geprägt. Austausch findet in erstaunlich großem Maße innerhalb nationaler Grenzen oder einzelner Regionen statt, wie der alle zwei Jahre erscheinende DHL Global Connectedness Index (GCI) zeigt.

Die Welt ist weit davon entfernt, flach zu sein. Und sie scheint auch nicht mehr flacher zu werden.

Der GCI dokumentiert dies in ganz verschiedenen Dimensionen: Zum Beispiel beträgt der Anteil von Exporten an der globalen Wertschöpfung (BIP) weniger als 25%. Der Anteil ausländischer Direktinvestitionen an den globalen Anlageinvestitionen eines Jahres liegt sogar bei unter zehn Prozent. Auch Informationsströme sind weniger internationalisiert als es scheint: Weniger als fünf Prozent aller Telefongespräche weltweit finden grenzüberschreitend statt. Und der Anteil des Internetverkehrs, der Grenzen überschreitet, liegt bei unter 20 Prozent. Selbst das Ausmaß weltweiter Migration wird vielfach weit überschätzt: Global gesehen machen Migranten weniger als fünf Prozent der gesamten Bevölkerung aus.

Kurzum: Die Welt ist weit davon entfernt, flach zu sein. Und sie scheint auch nicht mehr flacher zu werden. Zwar ist es noch zu früh, hierzu eine abschließende Aussage zu treffen – die nächste Ausgabe unseres GCI erscheint im Herbst 2016. Doch die Hinweise mehren sich, dass die Globalisierung sich verlangsamt und Gefahr läuft, zum Stillstand zu kommen.

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Der Beitrag wurde veröffentlicht auf der Website des Denkraum Für Soziale Marktwirtschaft – einem Projekt, das Entscheider aus Politik und Wirtschaft, zivilgesellschaftliche Multiplikatoren und interessierte Bürger zusammenbringt, um eine Debatte über gelebte Soziale Marktwirtschaft zu fördern. Deutsche Post DHL Group ist einer der Hauptpartner dieses Projekts, das von Frankfurter Allgemeine Forum und IFOK initiiert wurde.

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