Twitter LinkedIn Google+ Facebook

Afrika: Eine Region zwischen Wachstum und ungewisser Zukunft

Es gibt jedoch eine Wohlstandsquelle, die in Zukunft mehr Gewinne abwerfen wird als alle natürlichen Ressourcen des Kontinents: die wachsende Generation von gebildeten, technologieaffinen und unternehmerisch denkenden Afrikanern.

Ich staune immer wieder, wenn ich Unternehmer und Investoren über Geschäfte in Afrika sprechen höre. Wir alle kennen die gängigen Klischees über diesen Kontinent. Aber ich spare mir die Wiederholung und berichte lieber von einem interessanten Business Case: 1999, als Ebenezer Essoka in die Elfenbeinküste ging, um die Expansion der Standard Chartered Bank voranzutreiben, war alles gegen ihn: Wenige Tage nach seiner Ankunft gab es einen Staatsstreich. Doch nur 18 Monate später machte die Standard Chartered Bank Gewinn.

Sie sehen, ich bin überzeugt davon, dass der Fall Elfenbeinküste für das Paradox Afrikas steht. Einerseits war das Land zuletzt 2011 in einen Bürgerkrieg verwickelt. Andererseits ist es ein Land mit großen Möglichkeiten: Gemessen am BIP pro Kopf liegt es weltweit auf Rank 15 der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften. Daher halte ich Essoks Aussage für spannend wenn er sagt: „Bei dem Mythos geht es nicht um die Realität politischer Instabilität in Afrika, sondern vielmehr darum, dass Menschen behaupten, man könne in einem so instabilen Land keine Geschäfte tätigen.“

Afrika steckt voller Chancen – die Risiken sind überwindbar

Wir wissen alle, dass Afrika anders ist. Es ist größer als China, Indien, USA, Europa und Japan zusammen. Diese Weite kann einschüchternd wirken. Und dem Kontinent eilt ein schlechter Ruf voraus: mangelhafte Infrastruktur, Korruption, unzuverlässige Stromversorgung, instabile politische Systeme und undurchsichtige Regeln für Unternehmen. In Anbetracht der raschen Urbanisierung, dem stetigen Wandel von der Landwirtschaft zur Produktionsgesellschaft, den neuen Dienstleistungsbranchen, einer zunehmenden Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter und einer wachsenden Mittelschicht bin ich fest davon überzeugt, dass Afrika derzeit die interessanteste aufstrebende Region der Welt ist.

Die Wahrheit ist: Vorhandene Hindernisse sind nicht unüberwindbar. Sobald Unternehmen die Hindernisse tatsächlich kennen und sich für ein praktisches Herangehen entscheiden, ist der Eintritt in afrikanische Märkte eine spannende Option.

Ein junge Generation voller Dynamik und Aufbruch

Die Nachrichten aus Afrika berichten häufiger von ethnischen Konflikten und Bürgerkriegen. Die wahre Geschichte ist jedoch die stetige Entstehung neuer wirtschaftlicher Chancen. Dies hat Steven Radelet, ein früherer Berater Hillary Clintons, in seinem Buch „Emerging Africa: How 17 Countries Are Leading the Way“ (2010) bestätigt.

Demokratie und mehr Transparenz auf dem Vormarsch

Die Verbreitung von Demokratie hat die öffentliche Rechenschaftspflicht gefördert und ein freundlicheres Geschäftsumfeld entstehen lassen. Länder wie Senegal haben bereits seit mehr als einem halben Jahrhundert eine demokratische Tradition. Mauritius, die von der Economist Intelligence Unit 2012 mit dem höchsten Ranking bewertete afrikanische Demokratie, wird zum „Singapur Afrikas“– einem modernen Drehkreuz für Importe und Exporte. Viele Unternehmer und Manager scheinen nicht zu wissen, dass sich afrikanische Regierungen sehr darum bemühen, die Inflation zu bekämpfen, die Auslandsverschuldung zu verringern und Haushaltsdefizite zu begrenzen. Und trotz der globalen Wirtschaftskrise ist das afrikanische BIP seit dem Jahr 2000 jährlich um durchschnittlich knapp 5% gewachsen.

Bestehende Infrastruktur: eine Herausforderung für Afrika

Ich freue mich zwar, über all die positiven Dinge in Afrika zu berichten, trotzdem gibt es immer noch eine große Herausforderung: die Infrastruktur. Und das bedeutet Stromversorgung und Transportinfrastruktur hinken immer noch hinterher. Nach Angaben der Unternehmensberatung McKinsey gibt es jedoch Pläne, die Investitionen bis zum Jahr 2020 erheblich auf rund 200 Mrd. US$ jährlich zu steigern. Diese Investitionen, die sich auf Transport- und Versorgungsstrukturen in den vier größten Volkswirtschaften des Kontinents – Südafrika, Nigeria, Algerien und Angola – konzentrieren, zeigen den enormen Handlungsbedarf. Einige Länder haben bereits bewiesen, wie die bestehende Infrastruktur umgewandelt werden kann. Beispielsweise hat der Hafen in Dar es Salaam, Tansania, seine Effizienz von 2009 bis 2011 um 40% gesteigert und die Abfertigungsdauer für Container von 24 auf 8 Tage verringert.

Leistungsträger des Wohlstands: die junge Generation von Afrikanern

Viel wichtiger als alle anderen Faktoren ist die wachsende Generation gebildeter, technologieaffiner, unternehmerisch denkender Afrikaner. Sie sind die Zukunft Afrikas, die von jungen gebildeten afrikanischen Unternehmern und Unternehmerinnen verstärkt wird, die aus dem Ausland zurückkehren. Bis zum Jahr 2030 dürfte die Erwerbsbevölkerung Afrikas 1,1 Milliarden erreichen und damit Indien oder China übertreffen und damit fast ein Viertel der weltweiten Erwerbsbevölkerung stellen. Bereits heute verfügen nach Angaben eines Berichts von McKinsey (2010) rund 40% der Afrikaner über zumindest eine Form der sekundären Ausbildung. Dieser Anteil wird bis zum Jahr 2020 auf 48% zunehmen.

In diesem Zusammenhang werden für den Kontinent im Jahr 2020 Konsumausgaben von 1,4 Billionen US$ prognostiziert. McKinsey schätzt, dass dann mehr als 128 Millionen afrikanische Haushalte freies Haushaltseinkommen zur Verfügung haben.

Wer hier investieren will, muss jetzt agieren und nicht warten

Ich freue mich hier berichten zu können, dass Unternehmen aus aller Welt sich darum reißen, sich an den vier großen Wachstumsindustrien Afrikas zu beteiligen: Landwirtschaft, natürliche Ressourcen, Infrastruktur und Dienstleistungen wie Einzelhandel, Telekommunikation und Finanzdienstleistungen. Es gibt jedoch noch viel mehr. Für diejenigen, die noch in den Startlöchern stehen: Die First-Mover-Vorteile in Afrika sind zwar noch nicht ganz erschöpft, werden aber nicht allzu lange andauern. Unternehmen sollten jetzt agieren.

Unternehmen wie DHL (wir sind bereits seit über 30 Jahren in Afrika präsent), bereiten den Weg für andere internationale Firmen. DHL ist das einzige Logistikunternehmen, das auf dem Kontinent mit einer eigenen Fluggesellschaft aktiv ist. Unsere Präsenz deckt den gesamten Kontinent ab. Wir verfügen über umfassende lokale Kenntnisse und die Erfahrungen von über 11.000 Logistikspezialisten, die bereit sind, Kunden durch die Schwierigkeiten geschäftlicher Aktivitäten in Afrika zu begleiten.

Geschwindigkeit zählt

Wir können Waren von Dubai oder Leipzig innerhalb von 48 bis 72 Stunden zu jedem Ort in Togo oder Gabun transportieren. Zudem verfügen wir über eine funktionsfähige Infrastruktur. Ich glaube, dass Unternehmen, die hier investieren, Afrika weniger fremd erleben werden als erwartet. Doch der beste Weg, einen Markt kennenzulernen ist, einen Flug zu buchen und den Puls des Lebens vor Ort zu erfahren. Afrikas Puls ist lebendig und stark – und wird immer stärker.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* = Pflichtfeld