Twitter LinkedIn Google+ Facebook

Entscheidender Wendepunkt für die künstliche Intelligenz?

SpaceX- und Tesla-Chef Elon Musk und andere große Namen aus der Tech-Welt gaben vor kurzem bekannt, dass sie dem auf künstliche Intelligenz spezialisierten Forschungszentrums OpenAI eine Milliarde US-Dollar gespendet haben. Mit seinem Open-Source-Forschungsmodell könnte OpenAI die Entwicklung künstlicher Intelligenz zum Nutzen der Menschheit beschleunigen.

Es ist noch nicht lange her, da bezeichnete Elon Musk die Erschaffung künstlicher Intelligenz (KI oder AI für „Artificial Intelligence“) als „Heraufbeschwörung des Teufels“. Jetzt scheint der Silicon-Valley-Milliardär dem Teufel die Stirn bieten zu wollen. Gemeinsam mit Sam Altman, dem CEO von Y Combinator, LinkedIn-Mitbegründer Reid Hoffman und Peter Thiel, der gemeinsam mit Musk PayPal gründete, investiert Musk eine Milliarde US-Dollar in das KI-Forschungszentrum OpenAI.

In einer Pressemitteilung vom 11. Dezember 2015 bezeichnete sich OpenAI als „gemeinnützige Organisation zur Erforschung der künstlichen Intelligenz“ mit dem Ziel, sich „frei von Rentabilitätszwängen für eine Weiterentwicklung der digitalen Intelligenz einzusetzen, von der die ganze Menschheit profitiert.”

Die zehnstellige Spende dürfte OpenAI den nötigen finanziellen Spielraum für unabhängige Forschungsarbeiten verschaffen. Genau daran ist Musk und seinen Mitstreitern gelegen.

Künstliche Intelligenz ist überall

Schon heute durchdringt die künstliche Intelligenz unseren Lebensalltag – und macht viele alltägliche Dinge einfacher und bequemer. Beispiel Smartphones: Die GPS-Technologie nutzt künstliche Intelligenz, um für uns aus mehreren Millionen Optionen genau die Route herauszusuchen, die wir nehmen sollten. Smartphones erkennen unsere Stimme und bekannte Gesichter in unseren Handy-Schnappschüssen. Die digitalen Helfer Siri und Google Now gehen sogar noch einen Schritt weiter, indem sie antizipieren, was wir als nächstes tun wollen. Google setzt eine Vielzahl von KI-Technologien ein, um zeitgleich mehrere Tausend Suchergebnisse bereitzustellen, Bücher oder Filme zu empfehlen und uns Tipps zu geben, wie wir Staus meiden.

Und die nächste Generation der KI? Vermutlich selbstfahrende Fahrzeuge. An dieser Technologie arbeiten Autohersteller und Technologieunternehmen wie Google, Tesla und BMW mit Hochdruck. Bemannte Testfahrzeuge haben bereits viele Tausend Kilometer auf öffentlichen Straßen zurückgelegt.

Die unendliche Vielfalt der Möglichkeiten fasziniert und schreckt uns gleichermaßen. Im Grunde genommen basieren viele dieser Anwendungen aber nicht wirklich auf künstlicher Intelligenz, sondern auf einer erhöhten Rechenleistung, die es diesen Anwendungen ermöglicht, riesige Datenmengen zu verarbeiten, Muster zu erkennen und die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen.

Künstliche Intelligenz ist Realität

Das, was uns eigentlich Angst macht, ist das sogenannte maschinelle Lernen oder ‚Deep Machine Learning‘ – echte künstliche Intelligenz, die eigenständig lernt und sich verbessert. Für manche ist dies der erste Schritt zu einem Schreckensszenario à la „Sky Net“, wie es bislang nur in Hollywood produziert werden konnte. Gefahren bergen diese Entwicklungen tatsächlich – aber auch beträchtliche Chancen.

Der Lernaspekt ist eine wichtige Voraussetzung für die Weiterentwicklung von KI. Und in der Tech-Welt ist ‚Deep Learning‘ ein ganz großes Thema. Die Nase vorn hat – wieder einmal – Google. Der IT-Gigant hat bereits große Summen in die Erforschung des Themas investiert und vor kurzem sogar 400 Millionen US-Dollar für DeepMind ausgegeben, ein Startup von Deep-Learning-Geeks, die bis dahin lediglich bewiesen hatten, dass ihre KI das Atari-Onlinespiel Space Invaders bewältigen kann. Könnte ein Space Invaders-Spiel die Zukunft der künstlichen Intelligenz einläuten? DeepMind-Mitbegründer und CEO Demis Hassabis meint ja: „Im Moment ist es nur ein Spiel, es könnten aber auch Börsendaten sein“, sagte er im Interview mit der Zeitschrift WIRED.

Es klingt nach Science-Fiction oder kühnen Visionen, ist aber längst Realität. Deep-Learning-Gurus und Neurowissenschaftler tüfteln an neuen KI-Anwendungen und testen gemeinsam die Grenzen der Technologie.

Künstliche Intelligenz in der Logistik

Das Potenzial für den Einsatz lernender Maschinen in der Logistik ist enorm

Mich faszinieren und begeistern neue Technologien. Ich verfolge neue Trends und ihre Bedeutung für mögliche Anwendungen in der Logistik mit großer Spannung – nicht nur, weil das mein Job ist. Gerade in unserer Branche ist das Potenzial für den Einsatz lernender Maschinen enorm. Wir haben in unserem Konzern in den letzten Jahren in dieser Hinsicht selbst einige spannende neue Wege beschritten – von Big-Data-Anwendungen über den Einsatz selbstfahrender Fahrzeuge bis zur Erprobung von Augmented-Reality-Anwendungen in unseren Lagern.

Aktuell beschäftigen wir uns in unserem Asia-Pacific Innovation Center in Singapur mit dem Einsatz von Robotertechnik und KI in der Logistik. Besucher des Zentrums können Mr. Baxter kennenlernen – einen Roboter, der Paketsendungen kommissioniert. Mr. Baxter ist darauf programmiert, Pakete aus einem Lagerregal zu holen und auf einem kleinen fahrerlosen Fahrzeug zu platzieren, das diese dann sensorgesteuert in einen anderen Teil des Lagers befördert. Anders als geläufige Montageroboter kann Baxter auf seine Umgebung reagieren und mit Menschen zusammenarbeiten – zum Beispiel hält er an, wenn ein Mensch seinen Weg kreuzt.

Baxter ist nur eine der Innovationen, an denen wir derzeit arbeiten. Weitere wegweisende Anwendungen sind zum Beispiel Datenbrillen für die Kommissionierung im Lager, unser DHL Parcelcopter für die Paketbeförderung im Lager oder die Zustellung zum Endkunden in entlegenen oder stauanfälligen Gebieten.

Wir sind überzeugt, dass wir an einem entscheidenden Wendepunkt in der Entwicklung der künstlichen Intelligenz stehen, durch den sich viele neue Möglichkeiten eröffnen. Für uns bedeuten diese vor allem, dass wir die Logistik mit Hilfe der neuen Technologie weiter verbessern und noch mehr Menschen weltweit miteinander verbinden können.

Wir verfolgen die Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz sehr aufmerksam. Mehr dazu erfahren Sie in unseren neuen Trendreport zur Robotertechnik, der in Kürze erscheint.

Trendreport: Selbstfahrende Fahrzeuge in der Logistik

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* = Pflichtfeld