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5 Fragen und 5 Antworten über die Geschwindigkeit der Veränderung

Dreht sich die Welt immer schneller?

Paludan: Hier sind zwei Aspekte relevant: das erlebte Veränderungstempo und das absolute Tempo der Veränderung. Unsere Großeltern waren vermutlich genauso überwältigt von der Erfindung des Autos und Telefons wie wir von rasanten Entwicklungen der heutigen Zeit. Vielleicht haben sich die Menschen sogar so sehr an den Wandel gewöhnt, dass sie nicht mehr so leicht zu beeindrucken sind. Wir beginnen uns zu langweilen, wenn sich Dinge nicht verändern. Die erlebte Beschleunigung ist vermutlich gleich geblieben, aber Faktoren wie das Tempo des technologischen Fortschritts oder der Globalisierung sorgen für eine absolute Beschleunigung des Wandels.

Wie messen Sie dessen Tempo?

Paludan: Es hat 40 Jahre gedauert, bis das Telefon von zehn Millionen Menschen genutzt wurde – Skype hat dies innerhalb eines Jahres erreicht. Oder nehmen wir die Amtszeit eines CEO in den USA: Früher behielten die Manager ihren Posten deutlich länger als heute. Es gibt einige Hinweise darauf, dass Veränderungen heute schneller stattfinden.

Wie sollten Unternehmen mit Veränderungen umgehen?

Paludan: Unternehmen dürfen nicht nur reagieren, sie müssen Veränderungen aktiv antizipieren. Das ist eine der größten Herausforderungen. Besonders in Großunternehmen, die Veränderungen meist ablehnen. Sie konzentrieren sich lieber auf Anpassungen – und zwar meistens, indem sie kleinere, innovativere Unternehmen aufkaufen

Einen technologischen Pionier nach dem anderen zu übernehmen ist aber keine nachhaltige Unternehmensstrategie, oder?

Paludan: Nein. Unternehmen müssen sich für ein Zukunftsszenario entscheiden. Je konkreter ihr Bild der Zukunft, desto schneller werden sie erkennen, wo sie mit ihren Strategien falsch liegen. Solche strategische Planungen müssen natürlich von umfassenden Analysen begleitet sein, um Fehlprognosen zu identifizieren und entsprechende Anpassungen vorzunehmen

Warum die Mühe, wenn unser Bild von der Zukunft mit hoher Wahrscheinlichkeit falsch ist?

Paludan: Wenn man sich nicht bewusst mit der Zukunft beschäftigt, wird man auf der Grundlage unterbewusster Zukunftsvorstellungen planen. Dann weiß man nie, an welcher Stelle man falsch gelegen hat. Man muss die eigenen Annahmen kennen – und akzeptieren, dass an der Zukunft kein Weg vorbei führt.

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